Kreative Rezepte für kritische Gaumen

Zehn Köche, unter ihnen ein Böckinger, kämpfen in Vorentscheidung um Titel "Koch des Jahres"

Von Renée Ricarda Billau

Kreative Rezepte für kritische Gaumen
Der Heilbronner Dominique Champroux bereitet gerade das Dessert seines Drei-Gang-Menüs vor. Fürs Finale reichte es letztlich nicht. Foto: Guido Sawatzki

Heilbronn - Drei Gänge, fünf Stunden, 16 Euro: Der Rahmen für die Teilnehmer am Wettbewerb "Koch des Jahres" war eng gesteckt. Zehn Köche aus Bayern, Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz brutzelten in der Unilever-Schauküche in der Knorrstraße um den Einzug ins Finale. Sie tranchierten, blanchierten und marinierten im wahrsten Sinne um die Wette. Auch der Heilbronner Dominique Champroux, Betreiber des Rebstock la Petite Provence, trat an. Letztlich hatte aber ein anderer die Nase vorn.

Vorspeise "Wir haben noch mehr als zwei Stunden", sagt Champroux mit einem Blick auf die Uhr und schlägt mit schneller Bewegung Eier mit Zucker. Fünf Stunden hat er Zeit, den sechs Juroren ein Drei-Gänge-Menü zu zaubern. Dabei darf der Warenwert für eine Person nicht über 16 Euro liegen. "Meiner liegt bei 15,88 Euro."

Während Champroux noch am Herd steht, wartet die Jury, in der unter anderem der Spitzenkoch Dieter Müller und die aus dem Fernsehen bekannte Martina Kömpel sitzen, auf das erste Gericht. "Der Geschmack ist natürlich das wichtigste", sagt Müller. Der Stuttgarter Koch Bernhard Diers legt auch Wert darauf, "dass man die Kreativität und Zusammenhänge der Speisen erkennt".

Der erste Teller wird serviert: Taschenkrebs mit Wassermelone und Shisopesto. Die Juroren greifen zum Besteck und nehmen die Vorspeise auseinander. "Das Pesto ist sehr gut", urteilt Jurorin Martina Kömpel. "Gut pfeffrig", meint ein anderer Juror. "Ich schmecke vor allem Koreander", sagt Diers. Es folgen Lammcarré und Rhabarberkompott. Die Juroren nicken anerkennend und notieren ihre Punkte auf den Bewertungsbögen mit den Kriterien Präsentation und Innovation, Geschmack und Zusammenstellung der Gänge.

Erleichtert Das erste Menü haben die Juroren wohlwollend aufgenommen. Davon weiß der Koch Tristan Brandt noch nichts. Er ist einfach nur erleichtert, dass alles gut gelaufen ist. "Wir waren eine halbe Stunde eher fertig", erzählt der 26-Jährige. Sein Konzept "warme und kalte Komponenten" zu kombinieren, habe aber gut geklappt, ist er sicher. Während Brandt bereits seinen Küchenplatz aufräumt, ist bei Champroux Endspurt angesagt. Für das Dessert schneidet er Aprikosenkrokant in breite Streifen. Er möchte die Jury mit einem mediterranen Menü überzeugen, in allen drei Gängen verarbeitet er Olivenöl, "natürlich aus der Provence".

Doch trotz provenzialischen Öls reicht es für Champroux am Ende nicht für den Einzug ins Finale. Strahlender Sieger an diesem Tag ist Tristan Brandt. Das allererste Menü war somit auch das beste.