Knobeln, bis die Lösung da ist

Frank Rebmann ist neuer Leiter der Staatsanwaltschaft − Joggen und Aikido geben Ausgleich zum Alltag

Knobeln, bis die Lösung da ist
Den Großteil seiner Zeit verbringt Frank Rebmann am Schreibtisch.Foto: Sapara

Heilbronn "Man hofft einfach, dass man einen Beitrag für mehr Gerechtigkeit leisten kann", sagt Frank Rebmann über seine Arbeit. Seit 1. Juni ist er der neue Leiter der Staatsanwaltschaft Heilbronn. Eine trockene und langweilige Angelegenheit? Das kann Frank Rebmann nur bestreiten. Die Arbeit der Staatsanwälte und Richter hat ihn früh gereizt: Bei seiner Ausbildung zum Diplom-Finanzwirt schnupperte er in die Welt des Rechts hinein: "Das hat mich fasziniert, ich dachte, das ist es, was ich kann und machen will."

Vertrackt Jeder Fall ist neu, jeder Fall ist anders. "Wer in die Staatsanwaltschaft will, sollte Spaß am Knobeln haben, manche Sachverhalte sind sehr vertrackt. Wer zu schnell aufgibt, wird einen Fall nie lösen können." Auch Argumentationsstärke und sprachliche Gewandtheit sind gefragt: "Die Waffe des Juristen ist die Sprache", sagt Rebmann.

Also studierte er nach der Ausbildung Rechtswissenschaften an der Uni Heidelberg. Nach Examen und Referendariat trat er in den höheren Justizdienst ein. Er war Richter beim Amtsgericht Heilbronn, Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Heilbronn, anschließend Richter beim Landgericht Stuttgart. "Für die berufliche und persönliche Entwicklung ist es wichtig, beide Seiten − die des Staatsanwalts und die des Richters − zu kennen." Von Stuttgart kehrte Rebmann zur Staatsanwaltschaft Heilbronn zurück. 2002 folgte die Abordnung an das Justizministerium Baden-Württemberg, jetzt die neue Aufgabe in Heilbronn.

Rund 100 Mitarbeiter führt Rebmann, darunter Staatsanwälte, Rechtspfleger, Servicekräfte. "Vor allem sind es Verwaltungsaufgaben wie Personalführung und -entwicklung, die anfallen", erklärt er. Zunehmend kommt bei der Staatsanwaltschaft Technik zum Einsatz. "Demnächst wird es ein elektronisches Berichtswesen und mittelfristig sicherlich auch die elektronische Akte geben." Und natürlich müsse man sich der Aufgabe stellen, bei einer hohen Anzahl an Fällen mit relativ wenig Personal auszukommen.

Wenig Zeit Mit dem ehemaligen Generalbundesanwalt Kurt Rebmann ist Frank Rebmann übrigens nicht verwandt. Mit seiner Frau und seinen drei Kindern lebt der 42-Jährige in Ingersheim im Landkreis Ludwigsburg. Die wenige Zeit, die ihm neben seinem Beruf bleibt, nutzt er mit seiner Familie.

Und um den Kopf frei zu bekommen? Da macht er Aikido und geht joggen, "am liebsten im Wald". Und manchmal, sagt er, findet er dabei auch kreative Lösungen für bestimmte Fragen oder Fälle.