Jetzt beginnt der Schulalltag

Heilbronn - Das Studium ist vorbei. Jetzt geht es endlich wieder ins Klassenzimmer. Für 124 junge Frauen und 14 junge Männer hat gestern der neue Schulalltag aus der Lehrerperspektive begonnen.

Von unserer Redakteurin Gertrud Schubert

Jetzt beginnt der Schulalltag
Die 114 künftigen Grund- und 24 Werkrealschullehrer. In der ersten Reihe Ministerialdirigentin Margarete Ruep, rechts neben ihr Direktorin Susanne Ruof.Foto: Mario Berger

Heilbronn - Das Studium ist vorbei. Jetzt geht es endlich wieder ins Klassenzimmer. Für 124 junge Frauen und 14 junge Männer hat gestern der neue Schulalltag aus der Lehrerperspektive begonnen. In anderthalb Jahren durchlaufen sie den sogenannten Vorbereitungsdienst, lernen in ihren Schulen und im Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Heilbronn, worauf es ankommt, damit Schule gelingt.

Großer Empfang

Der alte Kurs, viele Seminarlehrer, die Direktorin, Vertreter von Schulämtern und Personalrat − das Aufgebot ist groß für die Lehreranfänger. Dieses Mal mischen sich auch SPD-Abgeordnete und die Ministerialdirigentin im Kultusministerium, Dr. Margarete Ruep, in das Empfangskomitee. Gibt es bildungspolitische Informationen, vielleicht ein grundsätzliches Wort zu den Chancen der jungen Leute, in den Schuldienst übernommen zu werden? Nichts von beidem.

Es bleibt an Seminardirektorin Susanne Ruof, auf den, wie sie sagt, "Umbruch im Schulsystem" einzugehen. In den Lehrerkollegien werde zurzeit viel über alternative Schulkonzepte verhandelt, welcher Weg für Schüler und Schule der richtige ist. Die Lehrer-Azubis werden in dieser Diskussion nicht alleingelassen, verspricht Ruof.

Das Lehrerseminar stelle sich den neuen Bedingungen. Diagnose und individuelle Förderung der Schüler war schon bisher ein großes Thema. Unterschiedlichkeit als Bereicherung erleben, gemeinsames Lernen, das Kinder mit Behinderung einschließt, die Verknüpfung von Kindergarten und Schule optimieren − für solche Aufgaben will das Seminar den Lehrernachwuchs fit machen. Ein Inklusionstag am 15. Juni stellt beste Beispiele vor, wo das Miteinander von Schülern mit und ohne Behinderung gelingt. Ruof ermuntert die Referendare, die Veränderung als Chance und nicht als Bedrohung aufzufassen.

Erwartungen

Margarete Ruep beschränkt sich auf die Schilderung des idealen Lehrers und beruft sich insbesondere auf ein Anforderungsprofil der Kultusminister aus dem Jahr 2000. Sie sollen Fachleute fürs Lernen sein, Erzieher, Experten im Beurteilen, sich an Weiterbildung, Schulentwicklung, Evaluierung und Schulorganisation beteiligen.

Humorvoll gibt der Kurs von 2011 Einblick in den Schulalltag. Ihre Sorgen können die Referendare jedoch nicht überspielen. Nächste Woche beginnen die Prüfungen. Aber wie geht es anschließend weiter? Sie rechnen sich schlechte Chancen aus. Aus Stuttgart gibt es keinerlei Signale, auch keine Erklärung, ob bis Ende März die Anmeldungen für die Grund- und weiterführenden Schulen abgewartet werden. In der Folge müssen womöglich viele Lehrer die Schulart wechseln.