Gen-Mais in weiter Ferne

Monsanto: Gemeinde steht auf Prioritätenliste ganz unten

Von Reto Bosch

Gen-Mais
Genveränderter Mais stößt häufig auf Widerstand.Foto: Archiv/dpa Patrick Pleul (dpa)

Leingarten - Die Region bleibt wohl auch 2008 frei von grüner Gentechnik. Der Agrarkonzern Monsanto hat noch immer keine Genehmigung für seinen Antrag, in Leingarten genveränderten Mais testen zu dürfen. Inzwischen ist fraglich, ob Monsanto überhaupt noch auf den Standort Leingarten setzt.

Über zwei Jahre alt ist der Antrag nun . Das Agro-Unternehmen wollte in Leingarten zwei Mais-Sorten aussäen. Eine ist unempfindlich gegen das Unkrautvernichtungsmittel Roundup Ready, die andere resistent gegen den Maiswurzelbohrer. Derselbe Antrag war auch für sechs weitere Standorte in Deutschland gültig. Für diese liegen die Genehmigungen seit Mai 2006 vor. Für Leingarten hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BVL) ein zusätzliches Gutachten – es geht um den geschützten Juchtenkäfer – angefordert. „Der Verfahrensstand ist seit Dezember 2006 unverändert“, erklärt BVL-Sprecherin Dr. Saskia Dombrowski auf Anfrage. Kein Gutachten, keine weiteren Informationen erreichten das Bundesamt.

Vegetationsperiode Selbst wenn Monsanto in den nächsten Wochen das Gutachten vorlegt, ist in dieser Vegetationsperiode mit einem Gen-Mais-Test nicht mehr zu rechnen. Das bestätigt auch Monsanto-Pressesprecher Dr. Andreas Thierfelder. „Ich gehe davon aus, dass in Leingarten dieses Jahr nichts mehr passiert“. Und wie sieht es in den kommenden Jahren aus. Ist die Leintal-Gemeinde für Monsanto überhaupt noch von Bedeutung? Leingarten stehe auf der Prioritätenliste ganz unten, sagt Thierfelder. Es könne durchaus sein, dass die Gemeinde völlig außen vor bleibe.

Wissenschaftliche Daten würden auch an den anderen Standorten gesammelt. Erst wenn diese nicht ausreichen, müssten weitere Feldversuche gestartet werden. In der Region gab es lauten Protest gegen den Monsanto-Antrag. Spielte dieser Widerstand eine Rolle? Zu den Entscheidungsgründen gehöre natürlich schon die Frage, wie das Umfeld mit den Versuchen umgehe, meint Thierfelder.

Brigitte Wolf vom „Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft im Kreis Heilbronn“ ist froh über die Entwicklung. Sie erzählt, dass ein Landwirt in der Umgebung des Monsanto-Felds konventionellen Mais säen will. Und damit könne der Agro-Konzern den vorgeschriebenen Mindestabstand gar nicht einhalten.