Deutsche Meisterschaft der Sportholzfäller im Erlebnispark Tripsdrill

Cleebronn - Es ist ein Spektakel, dieses Finale der besten zehn Sportholzfäller Deutschlands am Samstagnachmittag im Erlebnispark Tripsdrill. Die kräftigen Männer, die mindestens ebenso sehr von einer ausgefeilten Technik leben, beeindrucken die Zuschauer sichtlich.

Von Thomas Dorn

Starke Jungs mit ausgefeilter Technik
Da fliegen die Späne: Ralf Dengler aus Widdern, einer von zwei Unterländer Lokalmatadoren, mit der sogenannten Stock Saw.Fotos: Andreas Veigel

Cleebronn - Als hätte er es geahnt. "Die Hot Saw ist heikel", sagt Ralf Dengler vor dem sechsten und letzten Wettbewerb der Deutschen Meisterschaft der Sportholzfäller. "Da kann ganz schnell etwas schief gehen." Und genau so kommt es. Der Widderner legt mit der "heißen Säge" zwar die schnellste Zeit vor, bekommt aber trotzdem null Punkte. Denn die auf dem Holzblock aufgezeichneten 15 Zentimeter, aus denen er mit der schweren Motorsäge drei vollständige Scheiben herausschneiden muss, "überschneidet" er leicht. So reicht es für den 45-Jährigen, der sich vor der abschließenden Disziplin noch Hoffnungen auf einen Platz auf dem Treppchen machen durfte, am Ende "nur" zu Rang fünf. Bruder Karlheinz Dengler wird Siebter.

Spaß

Es ist ein Spektakel, dieses Finale der besten zehn Sportholzfäller Deutschlands am Samstagnachmittag im Erlebnispark Tripsdrill. Die kräftigen Männer, die mindestens ebenso sehr von einer ausgefeilten Technik leben, beeindrucken die Zuschauer sichtlich. "Das ist schon stark", sagt Albert Weidner, der mit Ehefrau Monika aus Ilsfeld gekommen ist. "Es macht richtig Spaß, zuzuschauen."

Zumal für vier Euro Eintritt eine professionelle Show geboten wird. Direkt hinter der Holzachterbahn haben die Veranstalter der "Stihl Timbersport Series" ein Stadion mit Zuschauertribüne aufgebaut. Rockmusik tönt aus den Boxen, immer wieder wirft Moderator Michael Althoff Geschenke ins Publikum: Mützen, Bälle, Sitzkissen. Aber die Stimmung ist ohnehin bestens, auch dank der Fanclubs der Akteure.

Spannung
 
"Time is ready, contest is ready": Beim Kommando der Schiedsrichter steigt die Spannung. Immer zwei Athleten treten gegeneinander, mal mit der Axt, mal mit der Säge. Aber immer geht es darum, die Aufgaben − angelehnt an die historische Holzfälltechniken − möglichst schnell zu erfüllen.

Starke Jungs mit ausgefeilter Technik
Einmannzugsäge: Meister Robert Ebner mit dem zwei Meter langen Gerät.
Dreimal pro Woche haben die Dengler-Brüder zuletzt trainiert. Ralf legt dann auch ordentlich los. In seiner Spezial-Disziplin Springboard, bei der auch viel Balance und Geschicklichkeit gefordert ist, wird er Dritter. Mit der Stock Saw, einer handelsüblichen Motorsäge, schneidet er die geforderten dünnen Holzscheiben mit einer Aufwärts- und Abwärtsbewegung ruckzuck ab − Platz vier. Und danach spaltet er mit der Axt einen Baumstamm so schnell, dass es zu Rang zwei reicht. "Nach drei Jahren mal wieder unter 30 Sekunden − klasse", ist Ralf mit sich zufrieden. Nur der spätere Meister Robert Ebner ist besser. "Der ist auch 20 Jahre jünger als ich", sagt Ralf und grinst.

Starke Jungs mit ausgefeilter Technik
Wie Baumfällen: Karlheinz Dengler beim Standing Block Chop.
Karlheinz Dengler , Vorjahresdritter und mit 46 der Älteste im Feld, ist mit sich lange nicht zufrieden: "Heut" läuft"s einfach nicht." Aber ausgerechnet mit der Hot Saw ist er ganz cool. Schnellste Zeit, Platz eins. Ein versöhnlicher Abschluss.

Dass seinem Bruder die ohrenbetäubend laute Motorsäge − 62 PS, 250 ccm, 270 km/h Kettengeschwindigkeit − zum Verhängnis wird, liegt nicht an Klaus Schimmel. "Wenn sie den nicht hätten, könnten sie einpacken", weiß Ralf Denglers Ehefrau Gaby. Auch diesmal hat der Straßenwart aus Widdern, der die Denglers seit Jahren als "Maschinist" begleitet, das Gerät super eingestellt. "Der pflegt die Maschine wie seine Frau", sagt Ralf Dengler und grinst.