Castoren aus Obrigheim ins GKN-Lager?

Von unserem Redakteur Reto Bosch

Neckarwestheim - Das Landesumweltministerium prüft, was mit Atommüll aus dem Kernkraftwerk Obrigheim (KWO) geschehen soll. Eine Option ist, die Castoren ins GKN-Zwischenlager zu bringen. Ministeriumssprecher Ralf Heineken bestätigt, dass im Ministerium generelle Überlegungen angestellt werden. Es gebe aber "keinen fertigen Plan oder eine entscheidungsreife Option, das Zwischenlager in Neckarwestheim für Brennelemente aus anderen Standorten zu öffnen". Bürgermeister Mario Dürr und Kernkraftgegner halten derartige Gedankenspiele für falsch.

Antrag

Die EnBW hat für KWO bereits 2005 ein Zwischenlager beantragt. Um verschärften Anforderungen an die Sicherheit gerecht zu werden, musste das Unternehmen die Unterlagen überarbeiten. Ende 2011 sind diese beim Bundesamt für Strahlenschutz eingegangen. "Mit der Einlagerung von Castor-Behältern ist nicht vor 2015 zu rechnen", erklärt Heineken. Aus dieser Verzögerung resultieren laut EnBW allerdings keine Probleme für den KWO-Rückbau. Derzeit liegen die Brennelemente im Nasslager.

Rechtlich ist es derzeit nicht möglich, Atommüll von anderen Standorten bei GKN einzulagern. "Die vorhandene Genehmigung würde dies nicht zulassen", sagt EnBW-Sprecher Ulrich Schröder. Die Kapazitäten in den unterirdischen Tunneln reichen dagegen aus. 151 Stellplätze stehen zur Verfügung. Das Umweltministerium schätzt, dass mit den Brennelementen von GKN I und GKN II insgesamt 125 Plätze besetzt sein werden. Es bliebe also Raum genug für die 15 Behälter aus Obrigheim.

Pflicht

Neckarwestheims Bürgermeister Mario Dürr hält nichts davon, Atommüll aus Obrigheim oder anderen Kernkraftwerken in das Lager im Steinbruch zu transportieren. "Wir wollten das Zwischenlager nicht und wir wollen eine solche Ausweitung nicht." Der Bund sei in der Pflicht, endlich eine Antwort auf die Endlagerfrage zu finden.

Wolfram Scheffbuch vom Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar lehnt die Überlegungen ebenfalls ab. Es dürfe durch solche Verschiebungen nicht der Eindruck erweckt werden, dass das Endlagerproblem gelöst und Atomkraftwerke rückstandsfrei demontiert werden können.




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