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2000 russische Praktikanten geschult
Von unserem Redakteur Herbert Kaletta
Friedrich Golter - Es war ein ganz wertvoller Teil meiner beruflichen Tätigkeit", sagt Professor Dr. Friedrich Golter. Der frühere Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbands hat seit 1991 den Austausch von russischen Praktikanten organisiert. Ein Erfolgsprojekt, bei dem inzwischen über 2000 junge russische Landwirte achtmonatige Praktika in Baden-Württemberg absolvierten. Viele auch im Unterland und Hohenlohe.
"Inzwischen wurden richtige Netzwerke zwischen der deutschen und der russischen Agrarwirtschaft aufgebaut, die für beide Seiten ein Gewinn sind", sagt der 75-Jährige aus Heilbronn-Klingenberg, der mit dem Vorsitz im 1998 gegründeten Verein Agrarkontakte International Baden-Württemberg (AKI) nun gesundheitsbedingt auch sein letztes Ehrenamt abgibt.
Aufbau Mit dem Ende des Kommunismus gab es starkes Interesse des Westens an Russland. Golter gehörte einer Delegation um den früheren Landwirtschaftsminister Gerhard Weiser an, der in Moskau den Praktikantenaustausch besiegelte und ihn für den Aufbau auswählte.
Mehr als 20 Mal war er seither in Russland. Viele Gastgeschenke und ein echtes Schwert, mit dem er zum Ehrenkosaken geschlagen wurde, zeugen in seinem Büro von Begegnungen, Erinnerungen und Wertschätzung. "Für mich persönlich stand immer das Menschliche im Vordergrund", sagt Golter. "Gerade weil wir nicht angetreten sind, um Geschäfte zu machen, haben wir uns in Konkurrenz mit anderen Ländern durchgesetzt."
Die Ausbildung junger Landwirte sei die Basis für den Fortschritt in dem Land mit seinen "ungeheuren Ressourcen", von dem die deutsche Wirtschaft profitiert habe. Bei Landtechnik, in der chemischen Industrie, in der Verarbeitung. "Bei Moskau steht ein Milchwerk von Campina, das ist baulich komplett identisch mit dem in Heilbronn", erzählt Friedrich Golter.
Die jährlich rund 100 Praktikanten werden unter Teilnahme des AKI ausgewählt und nach einem zehnwöchigen Sprachkurs in deutsche Betriebe geschickt, mit denen sie oft auch später noch Kontakte pflegen. Die jungen Männer im Alter von 19 bis 25 Jahren stammen häufig von Akademien, praktisch orientierten Landwirtschaftshochschulen, vergleichbar jener in Nürtingen, wo Golter 30 Jahre lang Dozent war. Nach ihrem Praktikum entwickelten die Männer eigene Höfe weiter, oder sie gehen in die Agrarwirtschaft. Golter: "Unsere Jungs sind wirklich gefragt."
Nicht möglich sei das Projekt ohne das Engagement der Gastbetriebe, die die Qualifikation zur Ausbildung haben müssen, und des 150 Mitglieder zählenden Vereins, der den Austausch auch finanziell selbst trägt, seit die Förderung des Landes im Jahr 2006 weggefallen ist.
Golter wird die Engagements von AKI nun aus der Ferne wohlwollend begleiten. Der Einblick in schwierigere Arbeitssituationen von Landwirten in Russland hat ihn beeindruckt und gelassener gemacht: "Man wird befreit von unnötigem Lamentieren oder Panikmachen."
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