Vorsicht im stockenden Verkehr und Stau

Region  Kracht es auf der Autobahn, müssen Beteiligte besonders umsichtig agieren.

Von unserem Redakteur Steffen Heizereder

Vorsicht im stockenden Verkehr und Stau
Wenn ein Lkw aufs Stauende auffährt, wirken große Kräfte. In den ersten Monaten ereigneten sich 2014 viele schwere Lkw-Unfälle auf der A 6.Foto: Archiv/Kümmerle

Ein Unfall mitten im Stau oder gar in einer Baustelle. Ein Alptraum für jeden Autofahrer. Was tun? An den Fahrbahnrand fahren oder doch die Unfallstelle absichern? "Wenn das Fahrzeug noch fahrtüchtig ist, sollte die Unfallstelle schnellstmöglich geräumt werden", sagt Alexander Niklaus von der Verkehrspolizei in Weinsberg. "Die schnelle Räumung verhindert lange Staus und damit die Gefahr von Folgeunfällen."

Sollte das Fahrzeug nicht mehr fahrtauglich sein, gilt es, die Unfallstelle abzusichern. Das heißt, Warnweste anziehen und das Warndreieck etwa 150 Meter bis 200 Meter vor dem Unfall aufstellen. Wichtig ist aber vor allem, nicht im Auto auf die Rettungskräfte zu warten. "Im Pkw zu bleiben, ist lebensgefährlich." Die Gefahr eines Auffahrunfalls durch schnell vorbeifahrende Autos besteht.

ADAC

Häufig kommt es infolge von Unfällen auch zu kilometerlangen Rückstaus. Auch auf der A 6 steht der Verkehr regelmäßig. Die Autobahn zählt zu den am meisten befahrenen Strecken in Deutschland. Etwa 100 000 Fahrzeuge passieren täglich die Dauerzählstelle in Neckarsulm. Das sind dreimal so viele Autos und Lastwagen wie im bundesweiten Durchschnitt auf Autobahnen. Nach Angaben des ADAC, der regelmäßig Staudaten erhebt, standen die Auto- und Lastwagenfahrer auf dem baden-württembergischen Teil der A 6 im ersten Halbjahr 2014 mehr als 11500 Kilometer im Stau − etwa 50 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Vor allem die Staus mit über zehn Kilometern Länge haben zugenommen. Betroffen ist hauptsächlich der A 6-Abschnitt von Mannheim nach Heilbronn, auf dem sich 87 Prozent der Staus ereigneten.

"Wenn Sie sich einem Stauende nähern, schalten Sie die Warnblinkanlage an, um den nachfolgenden Verkehr zu warnen", sagt Niklaus. Vermeiden sollten Autofahrer zudem, sich hinter einer Lastwagenkolonne auf dem rechten Fahrstreifen einzureihen. "Sollte ein Lkw auf Ihr Fahrzeug auffahren, wirken weit höhere Kräfte auf Mensch und Fahrzeug, als wenn ein Pkw auffährt", sagt Niklaus. Wichtig sei es daher, genügend Sicherheitsabstand zum Vordermann zu lassen.

Besondere Umsicht ist bei der Fahrt durch Engstellen gefragt. "Innerhalb von Baustellen kommt es durch an- und abfahrende Baufahrzeuge häufig zu Verkehrsstockungen und Fahrbahnverschmutzungen", sagt Niklaus. Aufgrund der Arbeiten ist mitunter ein Fahrstreifen schmaler als der andere.

Überholen

Das sogenannte Verkehrszeichen 264 regelt in diesen Fällen die maximale Fahrzeugbreite. In der Regel wird diese auf zwei Meter beschränkt. "Gerade in diesen Bereichen empfiehlt es sich, auf Überholmanöver zu verzichten", sagt Niklaus. Stattdessen sollte man versetzt zu anderen Autos fahren.