Geodaten: Stadt öffnet ein Stück weit ihr Karten-Schatzkästlein

Heilbronn  Bürger können im Internet Bebauungspläne sichten oder Naturschutzgebiete suchen − Downloads sind indes nicht möglich

Von unserem Redakteur Daniel Stahl

Stadt öffnet ein Stück weit ihr Karten-Schatzkästlein
Das neue öffentliche Geodatenportal für Heilbronn bietet seit gestern auch städtische Grünflächen, das Baumkataster oder Bodenwertkarten.Foto: Daniel Stahl

Für Baubürgermeister Wilfried Hajek ist es nur ein kleiner Klick. Aber für die Heilbronner Bürger ist es aus Hajeks Sicht eine große Erleichterung. Gestern Vormittag hat Hajek offiziell das Geodatenportal der Stadt freigeschaltet.

Das Portal soll Bürgern besseren Service bieten. Heilbronner könnten jetzt viele Dinge von zu Hause ansehen, die sie bisher nur auf einem Amt in Erfahrung bringen konnten, sagt Hajek. Im Geodatenportal stellt die Stadtverwaltung unter anderem Bebauungspläne oder Flächennutzungspläne für das gesamte Stadtgebiet zur Verfügung. Auch historische Karten, Luftbilder oder Grundschul- und Wahlbezirke sind jetzt im Netz zu finden.

"Das Vermessungsamt öffnet damit sein Schatzkästlein", sagt Hajek. Denn viele der Daten hätten einen großen Wert. Personenbezogene Daten gibt es im Geodatenportal jedoch nicht, betont Stefan Schmitt, Leiter des städtischen Vermessungs- und Katasteramts. Dafür gibt es viele Statistiken und Messungen, die in den Karten hinterlegt sind: Welche Teile Heilbronns sind von Hochwasser gefährdet? Wo ist die Lärmbelastung besonders hoch? Welche Stadtgebiete sind besonders geeignet für Solarmodule?

Darüber hinaus gibt es praktische Funktionen

Im Geodatenportal können Nutzer Flächen oder Distanzen messen, Grafiken einzeichnen oder verschiedene Kartenansichten mit eigenen Plänen hinterlegen.

Intern arbeitet die Stadtverwaltung seit 15 Jahren mit dem System. So können alle Abteilungen auf Fachdaten anderer Ämter zugreifen. "Auch ich nutze das Portal täglich", sagt Hajek. Dass jetzt auch Bürger diese jahrelang gesammelten Daten nutzen können, ist aus Sicht der Verwaltung ein Schritt zu mehr Transparenz. In Zukunft sollen auch Daten für Bürgerbeteiligungsverfahren im Geodatenportal zu finden sein.

Weiterverwendbar sind die Daten allerdings nicht. Nutzer können die Karten und Informationen nur ansehen und verschiedene Ansichten auswählen. Downloads einzelner Datensätze gestattet die Stadtverwaltung nicht. Das wäre eine Möglichkeit für die Zukunft, sagt Hajek. Aber man sei zunächst vorsichtig. "Wir gehen da schrittweise vor, um dann keine Rückschritte machen zu müssen. Wir wollen noch nicht alle unsere Daten preisgeben."

Verantwortlich für das Geodatenportal ist das Vermessungs- und Katasteramt. Dort liefen auch die Vorbereitungen für die Veröffentlichung. Zusätzlich gibt es in allen Ämtern der Stadt Beauftragte, die die Daten künftig pflegen sollen. "Das ist das Allerwichtigste", sagt Baubürgermeister Hajek. Denn viele der Daten wären in zwei Jahren schon längst wieder veraltet. "Wir arbeiten ständig daran, die Themen zu aktualisieren", sagt Schmitt.

Das Geodatenportal der Stadt