Drei Minuten für die beste Idee

Heilbronn  Existenzgründer und solche, die es werden wollen, stellten im Haus der Wirtschaft ihre Geschäftsidee vor. 29 Teams präsentierten im Drei-Minuten-Takt ihre Erfindungen - auch Elevator Pitch genannt. Das Rennen machte eine kabarettreife Darbietung auf Krücken.

Von Gertrud Schubert

"Griggekärble" nennt die Erfinderin ihren Transporthelfer, der sich an Krücken montieren lässt.

Die Frau mit den Krücken hat das Rennen gemacht. Bianca Baumann aus Rot am See bot beim Elevator-Pitch im Heilbronner Haus der Wirtschaft eine kabarett-reife Nummer, um ihre Geschäftsidee vorzustellen: ein "Griggekärble", wie sie ihre Erfindung hohenlohisch-verschmitzt und selbstbewusst nennt. Sie hat einen Transporthelfer erfunden, der sich an Krücken montieren lässt. Schließlich hat, wer auf die Gehstützen angewiesen ist, keine Hand frei für die Kaffeetasse und andere lebensnotwendige Dinge.

Spitze im Land

Elevator-Pitch? Wer weiß, was das sein mag? Doch wer sich im Internet schlau machte, befand sich gleich in einem Sog der Begeisterung: Existenzgründer und solche, die es werden wollen, stellen im Drei-Minuten-Takt ihre Geschäftsidee vor. Powerpoint und Video sind verpönt, die kann man im Aufzug ja auch nicht so geschwind auspacken. 29 Teams katapultierten Heilbronn-Franken an die Spitze der teilnehmenden Regionen im Land.

Dass hier dann auch noch Qualität zu erwarten ist, wie Peter Schäfer vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft versicherte, hörte das Publikum natürlich gern. Per online-voting, also Abstimmung im Internet, war schon zuvor festgelegt, welche zehn Gründer sich präsentieren dürfen. Allein sechs der beliebtesten Ideen stammten von Studierenden oder Ehemaligen der Hochschule Heilbronn (HHN).

Riesig schwebte der Countdown über der Szene − wie die Stockwerkzahlen im Aufzug. Steckengeblieben ist keiner, das Zeitlimit wurde kein einziges Mal überschritten. Das Spektrum der Geschäftsideen indes war bunt, fast zu bunt um sie miteinander zu vergleichen.

Da war zum Beispiel Tobias Dreischer. Der Student stellte sich mit seiner Gitarre in den "Aufzug" und warb musikalisch für eine Musikfabrik, die Bands Probenräume anbietet. "Help me" hat ein Team von Studenten der Medizinischen Informatik erfunden: eine App, über die im Notfall vollautomatisch Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr alarmiert werden können. Fünf junge Existenzgründer aus Neckarsulm stellten "Iolis" vor, innovatives Online-Learning. Stures E-Learning wird mit einem sozialen Netzwerk verbunden, das erleichtert die ganze Lernerei. Man hänge nicht mehr so leicht ab, erklärt Samy Mekky.

Gewinner

Mit Lupyled, ihrer programmierbaren Leuchte, die nicht nur Fische in Aquarien ins rechte Licht setzt, landeten Dominik Rabus und Alexander Görz aus Forchtenberg auf Platz 3. Für Palesy.de, die ultimative Hilfe bei der Parkplatzsuche, gab es den zweiten Preis. Die fünf Studenten der HHN bekamen auch den Publikumspreis. Jährlich 800 000 Krückengänger werden der ersten Preisträgerin Bianca Baumann für den Transporthelfer dankbar sein. Sie weiß aus eigener Erfahrung: "Das ist eine Riesenhilfe."