Bauarbeiter entdecken Skelett samt Waffen

Güglingen  Bei Bauarbeiten in Güglingen wurde ein vermutlich frühmittelalterliches Skelett entdeckt. Ein Baggerfahrer war bei Kanalarbeiten unweit der archäologischen Freilichtanlage auf die menschlichen Überreste gestoßen.

Von unserem Redaktionsmitglied Christoph Feil

Bei Kanalarbeiten im Gewerbegebiet Lüssen in Güglingen entdeckten Bauarbeiter vergangene Woche ein gut erhaltenes Skelett. Inzwischen befindet es sich beim Landesdenkmalamt in Esslingen, wo es untersucht und restauriert werden soll.Foto: privat

Einen historischen Fund haben Bauarbeiter in Güglingen gemacht: Bei Grabungen unweit des neuen Gewerbegebiets Lüssen entlang der Ochsenwiesenstraße sind sie in zwei Meter Tiefe auf ein männliches Skelett gestoßen, das vermutlich aus dem frühen Mittelalter stammt.

"Der Baggerfahrer hat gemerkt, dass etwas rausschaute, was wie ein Knochen aussah", beschreibt Güglingens Bürgermeister Klaus Dieterich die Szene. Der Arbeiter habe Alarm geschlagen.

Beigaben

Als die Gebeine dann Stück für Stück freigelegt wurden, kamen außerdem zum Vorschein: Schwert, Lanzenspitze und Messer. "Die Überraschung war groß", erinnert sich Dieterich, der sich ebenfalls vor Ort ein Bild machte. Weil die gut erhaltenen Überreste in der Nähe der archäologischen Freilichtanlage lagen, vermutete der Rathauschef zunächst einen Fund aus römischer Zeit. Der Tote sei sauber bestattet und in Ost-West-Richtung ausgerichtet gewesen, so Dieterich. "Das lässt auf eine christliche Bestattung schließen."

Inzwischen befindet sich das Skelett in der Restaurierungswerkstatt des Landesdenkmalamtes in Esslingen. Dort liegt es im Gefriermagazin und soll nun näher untersucht werden. Aber: "Ein Römer scheint es nicht zu sein", sagt Christian Bollacher vom Landesdenkmalamt. Darauf ließen die Grabbeigaben schließen. Stattdessen tippt der Gebietsreferent auf einen Fund aus dem frühen Mittelalter, also aus dem sechsten bis achten Jahrhundert. Um ihn genauer zu datieren, sollen die verrosteten Metallgegenstände geröntgt werden.

"Womöglich sind auf den Röntgenbildern Details zu erkennen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind." Noch diese Woche, so hofft Bollacher, soll ein Ergebnis vorliegen.

Funde aus dieser Zeit seien jedoch nicht ungewöhnlich. Dass eines der Messer offenbar im Rücken des Toten gesteckt habe, sei hingegen ein interessanter Umstand. Bollacher: "Das wäre ein Mordfall."

Sind die Untersuchung und Restaurierung abgeschlossen, kommen die Überreste ins zentrale Fundarchiv in Rastatt. "Dann können Museen, die sich dafür interessieren, Anträge stellen", erklärt Bollacher. Auf Anfrage winkt Dieterich jedoch ab. Nur wenn sich herausstellen sollte, dass es sich um einen Römer handelt, "wäre es reizvoll, ihn für unsere Freilichtanlage zu haben."