Wie sich Anja Kurz bei der Serie "Lecker aufs Land" schlug

Talheim  Anja Kurz vom Weingut Kurz-Wagner in Talheim machte bei der Koch-Doku des SWR-Fernsehens mit - und erlebte ein überraschendes Feedback. Gestern Abend wurde die letzte Sendung der aktuellen Staffel ausgestrahlt.

Von Sabine Friedrich

Anja Kurz (zweite von links) und ihre Mitstreiterinnen stoßen mit einem Weißburgunder aus dem Kurz-Wagnerschen Weinkeller auf die Vorspeise an. Fotos: SWR/megaherz/Andreas Maluche

"Sind wir da richtig, ,Lecker aufs Land’?“, fragt ein Kunde mit Rottweiler Autokennzeichen. Das passiert Anja Kurz jetzt öfter. Dass ihre Teilnahme bei der SWR-Koch-Doku solche Wellen schlägt, hat sie nicht erwartet. „Das ist Mega-Werbung für uns“, freut sich die 38-Jährige, die mit ihrem Mann Oliver seit 2012 das Weingut Kurz-Wagner auf dem Haigern leitet. Das Feedback nach der Ausstrahlung von „Zu Gast bei Anja Kurz im Heilbronner Land“ am 9. August hat sie überrascht. Die achte Staffel ist jetzt ausgestrahlt. Dass sie den Sieg unter den sechs Landfrauen nicht errungen hat, nimmt sie sportlich.

Fotos und Autogramme sind gefragt

Nicht nur im Ort oder im Bekanntenkreis ist Kurz auf ihren Fernsehauftritt angesprochen worden. Beim viertägigen Weinfestival auf dem Haigern Ende August haben Besucher sie sogar fotografieren wollen und um Autogramme gebeten. „Ich finde es toll“, meint Kurz in ihrer unkomplizierten, offenen Art lachend.

So ist sie bei den Aufnahmen auch rübergekommen – „authentisch“, „so wie wir dich kennen“, haben ihr die Leute bestätigt. Von Aufregung keine Spur, sie hat die Kamera, die fünf Tage Anja Kurz, die Familie, das Weingut und sogar den Trolli-Marathon „verfolgt“ hat, einfach vergessen. „Ich habe gemacht, was ich immer mache.“

Gekocht zum Beispiel. Eigentlich hat die zweifache Mutter ihren Mitstreiterinnen das Heilbronner Leibgericht auftischen wollen. Maultaschen, Spätzle, Schupfnudeln als Beilage – das habe es bei der kulinarischen Tour jedoch schon öfter gegeben. Also hat die Weinerlebnisführerin Kochbücher gewälzt, um Anregungen für ein dreigängiges mediterranes Menü – in diesem Stil sei ja auch das Weingut gehalten – zu finden. Das hat die Regie abgenickt.

Ungewöhnliche Konstellation

Anja Kurz und ihr Vater Gerhard Fritz sind ein eingespieltes Team in der Küche: Sie haben die Hauptspeise in den Pfannen: Gnocchi, Ratatouille und die Lammkoteletts, die noch eine Bärlauchkruste erhalten.

Der Papa als „Küchenfee“ – eine ungewöhnliche Konstellation bei „Lecker aufs Land“. Aber Gerhard Fritz und seine Tochter sind ein eingespieltes Team bei großen Familienfesten. „Was kochen wir?“, habe der Neckargartacher Metzgermeister in Rente bei ihrem Anruf nur gefragt. Zwei Mal hat die Talheimerin die Gerichte Probe gekocht.

Ein bisschen gezittert hat sie, dass das Omelette im Ofen auch stockt, ansonsten ist sie mit ihrem Ergebnis zufrieden gewesen. Dass das Ratatouille ein bisschen zu wenig eingedickt ist, nimmt sie gelassen. „Ich bin ja kein Sternekoch.“ Geschmacklich und vom Anrichten her hat sie sich weit vorn gesehen.

Alle hätten den Sieg verdient. Schließlich hat Margarete Schwär aus St. Märgen im Schwarzwald das Rennen gemacht – die weiteren Platzierungen erfährt der Zuschauer in dieser Staffel nicht mehr. „Ich habe es echt jeder gegönnt, weil wir so zusammengewachsen sind“, berichtet Anja Kurz von einer tollen Truppe. Die Auftaktfolge zu bestreiten, „war für mich kein Thema. So habe ich es rum gehabt und konnte mich entspannt ins Busle setzen und genießen. Ich habe die Messlatte recht hoch gelegt, das haben alle gesagt“, meint sie selbstbewusst.

Ein Stückle Urlaub

Eifel, Hochschwarzwald, Rheinhessen, Westerwald und der Schwarzwald-Baar-Kreis sind nach dem Heilbronner Land die Stationen der „Lecker-aufs-Land“-Staffel gewesen. „Eine tolle Sache. Da kommt man ein bisschen raus aus dem Betrieb, sieht ganz andere Landschaften und einen anderen Schlag Mensch“, meint Anja Kurz. Die jeweils dreitägigen Kurzreisen im Mai, Juni und Juli haben sich für sie wie ein „Stückle Urlaub“ angefühlt.

 

Das Menü bei Anja Kurz

Als Begrüßungscocktail für die fünf anderen Landfrauen mixte Anja Kurz einen speziellen Caipirinha aus Limetten, braunem Zucker, einem trockenen Riesling und weißen Secco, aufgefüllt mit Tonic Water. Dazu reichte sie eine Winzertarte.

Am Abend tischte die Gastgeberin als Vorspeise ein Parmesan-Omelett mit grünem Spargel auf, reichte dazu einen Weißburgunder aus dem Familienweingut.

Die Lammkoteletts mit Bärlauchkruste im Hauptgang servierte sie auf Ratatouille. Die zweite Beilage: selbstgemachte Gnocchi. Dazu schmeckte den Frauen ein Spätburgunder Barrique.

Als süßer Abschluss rundete das Menü mit mediterraner Note folgendes Dessert ab: eine Limetten-Mousse mit Erdbeer-Carpaccio. Dazu kam ein Samtrot Weißherbst Auslese ins Glas.