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Arbeitskampf hat begonnen - Streik in Heilbronn
Von Werner Tewes, Adrian Hoffmann und Carsten Friese
Heilbronn - Das Signal ist eindeutig: Rund 1200 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus der Region haben sich am Donnerstagmorgen am Verdi-Warnstreik in Heilbronn beteiligt, um bei einem Protestzug und einer anschließenden Kundgebung vor dem Veranstaltungszentrum Harmonie den Druck auf die Arbeitgeber in den aktuellen Tarifverhandlungen zu erhöhen. Angemeldet waren 600 Teilnehmer. „Mit so einer großen Resonanz haben wir nicht gerechnet“, so Marianne Kugler-Wendt, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Heilbronn-Neckar-Franken. „Damit senden wir ein klares Zeichen an die Arbeitgeberseite: Unsere Geduld ist am Ende – wir wollen mehr Geld.“
Bildergalerie: Streik in Heilbronn | 04.02.
Gekommen waren unter anderem Beschäftigte der kommunalen Krankenhäuser, des Betriebsamtes Heilbronn, einiger Stadtverwaltungen, der Agentur für Arbeit sowie der Kreissparkasse. Unter den Streikenden waren Erzieherinnen von Kindertagesstätten, Gärtner von Bauhöfen, Busfahrer der öffentlichen Verkehrsbetriebe, auch Auszubildende der Bundeswehr.
Kein Verständnis
Die Stimmung unter den Protestlern: aufgeheizt. Der Tenor: Dass die Arbeitgeber bei den Verhandlungen auf den Standpunkt einer Nullrunde verharren, sei eine „bodenlose Frechheit“. „Wenn man imstande ist, Hoteliers zu begünstigen und den Banken Milliarden zuzuschießen, dann muss auch für den kleinen Mann etwas drin sein“, sagte etwa Eugen Tur, Gärtner vom Betriebsamt Heilbronn. Hans-Joachim Belz, Intensivpfleger am SLK-Klinikum in Möckmühl ergänzte: „Wir sind nicht schuld an der Krise. Wieso sollen wir dann dafür zur Rechenschaft gezogen werden?“
Dass die Kommunen durch den Wirtschaftseinbruch finanziell angeschlagen sind, räumte Verdi-Landesbezirksleiterin Leni Breymaier bei der Kundgebung vor der Harmonie zwar ein: „Aber selbst als die Gewerbesteuereinnahmen noch sprudelten, wurde uns gesagt: Es sei kein Geld da“, betonte sie. „Davon lassen wir uns nicht einschüchtern.“
Forderungen
Fakt ist: Diverse Studien belegen, dass die Tariflöhne und -gehälter in den vergangenen zehn Jahren im öffentlichen Dienst langsamer gestiegen sind als in den meisten anderen Branchen. Verdi fordert in dieser Tarifrunde deshalb im Gesamtvolumen fünf Prozent mehr Geld. In dieser Zahl enthalten sind unter anderem auch eine Verlängerung der Altersteilzeit und eine garantierte Übernahme der Auszubildenden für 24 Monate. Sollten die kommenden Gespräche ergebnislos bleiben, wird es laut Verdi weitere Aktionen der Gewerkschaft in der Region geben.
Einige Busgäste ärgern sich über Streik
Ab 8.30 Uhr ging nichts mehr. Rund 30 Stadtbusse säumten die Allee, zum Teil in Zweierreihen, in Streikstellung. Einige Fahrgäste wussten vom Warnstreik im öffentlichen Dienst nichts. „Ich bin böse. Es trifft immer die Ärmsten. Ein Taxi kann ich mir nicht leisten, jetzt muss ich nach Horkheim laufen“, ärgerte sich Iva Maric (62).
Für Student Ronny Grüter (29) wurde es eng. Um 9 Uhr hatte er eine Prüfung an der Hochschule. Kurzerhand rief er einen Bekannten an, damit der ihn mit dem Auto an der Allee abholt. Den Streik um mehr Geld versteht er nicht. Bei der derzeitigen Wirtschaftslage „muss jeder froh sein, wenn er überhaupt einen Arbeitsplatz hat“.
Verständnis für die Streikenden zeigte dagegen eine 27-jährige Heilbronnerin. Aber: Für Berufstätige, „hätten sie Ersatzbusse fahren lassen sollen“. Angelo Morinelli (35) störte es, dass in den Bussen an den Tagen zuvor keine Infoblätter auf den Streik hinwiesen. Er rief ebenso im Geschäft an und bat um einen Kurierdienst wie Friedhilde Baisch (51) aus Gemmingen. Den Streik „okay“ fand Waltraut Fuust (53), Angestellte im Toto-Lotto-Geschäft an der Allee. Dass Busse aber die Fußgängerampel verdeckten und kaum Platz für Lieferfahrzeuge ließen, ärgerte sie. „Das kann es nicht sein.“
In Obereisesheim war von drei Kindergärten nur einer mit einer Notgruppe offen. „Die meisten Eltern haben großes Verständnis für den Streik“, sagt eine Erzieherin. „Eine Mutter hat ihr Kind sogar mit zur Arbeit genommen, weil die Oma nicht aushelfen konnte.“ Niemand stand vor verschlossenen Türen. Teilweise hätten sich Mütter aber beklagt, erst spät informiert worden zu sein. Allerdings sei die späte Bekanntgabe ja von Verdi so gewollt, sagt die Erzieherin. „Sonst hat es ja keine Wirkung.“
04.02.2010
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Ilsfeld 12:35 Uhr
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Leingarten 12:32 Uhr
Unfallflucht beim Gesundheitszentrum
Heilbronn 12:30 Uhr
Betrunkener Autofahrer löst Fahndung aus
Neckarsulm 12:17 Uhr
Busfahrer verursacht Unfall auf der B 27
Heilbronn 12:07 Uhr
Mit Fahrstil nicht einverstanden - Autofahrer gewürgt
Heilbronn 12:04 Uhr
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