- Artikel
- 11 Kommentare
- Versenden
Streitpunkt Festqualität: Kampf um Besucher wird härter
Von Carsten Friese
Im September testet eine Jury des Weininstituts das Heilbronner Weindorf. Foto: HSt/ArchivRegion Heilbronn - Die Diskussion ist losgetreten. Mit seinem Ruf nach mehr Qualität auf den Festen in der Region hat Heilbronns Marketingchef Bernhard Winkler ein Thema gesetzt, das viele berührt. Gibt es wirklich inflationär viele Festangebote und sind die meisten allenfalls Mittelmaß?
Erlenbacher Weinfest, Lichterfest in Heilbronn, Zunftmarkt in Bad Wimpfen: Das sind Säulen der Festkultur in der Region Heilbronn, und wenn jeweils Tausende über die Festmeilen pilgern, sagt das viel über die Akzeptanz. Und sonst?
Gratwanderung
Auf das alle drei Jahre stattfindende Käsritt-Spektakel bereitet sich die Gemeinde Leingarten gerade vor. „Ich sehe nicht, dass wir ein größeres Qualitätsproblem haben“, sagt Bürgermeister Ralf Steinbrenner. Natürlich könne man immer etwas verbessern. Doch zwischen Aufwand und Kosten, zwischen vertretbar und notwendig, sei es immer eine Gratwanderung. Qualität macht Steinbrenner nicht an starren Kriterien fest. „Ein Fest für Jugendliche definiert sich anders als eines für Senioren.“
Auch in Lauffen sieht Carlotta Thumm keinen Nachholbedarf. „Wir haben bereits jetzt qualitativ hochwertige Feste“, sagt die Festbeauftragte der Stadt und nennt das Brückenfest oder die Veranstaltung Wein auf der Insel. Bis zu 100 Termine stehen im Lauffener Festkalender, und die Mehrheit der Bürger steht laut Thumm voll dahinter. „Es kommt auf eine gute Mischung an.“
Dass ein Fest im Notfall auch einmal beerdigt werden muss, hat dagegen die Stadt Brackenheim erlebt. Das Straßenfest gibt es nach 30 Jahren nicht mehr, weil immer weniger Vereine mitgemacht hatten und die Besucherzahlen deutlich zurückgegangen waren. Das Angebot neben Speisen und Getränken sei nicht mehr ausreichend gewesen, sagt Hauptamtsleiterin Sarina Pfründer. „Da haben wir schon gemerkt, dass man Qualität braucht.“ Es gebe eben viele Festangebote, „und die Besucher sortieren aus“. Das Schlossfest an historischer Stätte ist auf viel kleinerer Fläche eine Art Nachfolger auf anderem Niveau. Pfründer: „Es sind sehr viele Anstrengungen notwendig, wieder Besucher zu bekommen.“
Gütesiegel
Heilbronns Marketing-Chef Bernhard Winkler hat nach seiner Qualitätsaussage selbst Kritik einstecken müssen zur Qualität mancher städtischen Veranstaltung. „Wir stellen unsere Feste auch auf den Prüfstand“, verspricht er. Dennoch: Winkler bleibt dabei. Bei Vielfalt und Angebot gibt es „große Unterschiede“. Ab einer bestimmten Festgröße sei ein Zusatzprogramm notwendig, die besondere Note hält er ebenso für wichtig. „Wenn Feste austauschbar sind, ist es äußerst schlecht.“ Er glaubt, dass weitere Feste in Zukunft sterben werden, wenn die Zugkraft oder die Bereitschaft der Mitarbeiter nachlässt.
Ein klares Zeichen für Qualität bietet das Weininstitut Württemberg Organisatoren von Weinfesten an. Wer will, kann seit Juli ein Zertifikat erhalten – falls er mindestens 280 von 340 Punkten erreicht. „Es soll auch ein Anstoß sein, besser zu werden“, sagt Weininstitut-Geschäftsführer Ulrich-Michael Breutner, der in der Branche nicht selten auf eine gewisse Betriebsblindheit stößt. Wein- und Speisenangebot, Fachkompetenz an den Ständen, Ambiente, Sicherheit, Jugendschutz und Musikangebot werden bewertet. Die Anforderungen nennt Breutner hoch. Er kenne viele Feste, bei denen er Bedenken hätte, ob sie „durch die Zertifizierung kommen“. Das Heilbronner Weingut Martin Heinrich und die Weingärtner Willsbach haben bestanden. Im September testet die Jury das Heilbronner Weindorf.
Ihre Meinung ist gefragt: Was macht für Sie ein qualitativ gutes Fest aus? Sie haben die Möglichkeit, mehrere Antworten anzukreuzen oder uns andere Kriterien zu nennen. Die Redaktion wertet Ihre Angaben aus und berichtet in Kürze über das Ergebnis.
24.08.2009
Kinoprogramm für die Region Heilbronn
Umfrage
Polizeiticker
Eppingen 10:00 Uhr
Nach Unfall Rettungshubschrauber im Einsatz
Heilbronn 11:04 Uhr
Verkehrsunfall: Zwei Fahrgäste in Linienbus verletzt
Heilbronn 11:02 Uhr
Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte
Bad Rappenau 10:59 Uhr
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
Ilsfeld 10:57 Uhr
Zeugen nach Verkehrsunfallflucht gesucht
Neckarsulm 13:19 Uhr
Archiv-Ticker: Zurückgeblättert
Montag 31.07.2000
Brackenheim - "Voll kuhl" und "echt maisig" heißt das Besucher-Urteil
Montag 31.07.2000
Dörzbach - Was kann und darf sich die Gemeinde leisten?
Montag 31.07.2000
Heilbronn - Lehrstunde im Frisbee-Sport
Sonntag 30.07.2000
An Sonn-und Feiertagen erscheint keine Zeitung
Samstag 29.07.2000
Kocherstetten - Einst gab's neunzig Jahre lang Brückenschulden
Neckar & Zaber
Neckarsulm & Neckartal
Leintal
Weinsberger Tal
Schozach- & Bottwartal
Kocher-, Jagst- & Brettachtal
Anzeigenmarkt
Copyright©2010 stimme.de





