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Verdi macht Druck bei Lidl (28.03.08)
Berlin/Neckarsulm - Die Gewerkschaft Verdi hat nach dem Überwachungsskandal bei Lidl den Druck auf den Lebensmitteldiscounter erhöht, seinen Widerstand gegen betriebliche Mitbestimmung aufzugeben. „Der Lidl-Konzern muss jetzt den Weg für die flächendeckende Bildung von Betriebsräten freimachen“, forderte die Vize-Bundesvorsitzende Margret Mönig-Raane am Freitag in Berlin. „Wenn die Geschäftsführung allerdings bei ihrer Verweigerungshaltung bleibt, werden wir an den Gesetzgeber herantreten.“Lidl soll mit Detektiven Beschäftigte in zahlreichen Filialen systematisch überwacht haben, hatte das Magazin „stern“ am Mittwoch berichtet. Über zahlreiche Überwachungskameras sei registriert worden, wann und wie häufig Mitarbeiter auf die Toilette gehen, wer mit wem möglicherweise ein Liebesverhältnis hat und wer nach Ansicht der Überwacher unfähig ist oder einfach nur „introvertiert und naiv wirkt“. Das Neckarsulmer Unternehmen hatte sich danach wegen seiner Überwachungsmethoden bei seinen Mitarbeitern entschuldigt. Datenschützer prüfen jedoch die Vorgänge.
Die Gewerkschaft prangert schon seit Jahren die Methoden von Lidl an, mit denen sich der Discounter gegen die Bestellung von Betriebsräten wehrt. Verdi hatte dazu auch ein „Schwarzbuch“ veröffentlicht. Demnach soll es bundesweit nur in etwa sechs Lidl- Filialen Betriebsräte geben. In dem Unternehmen herrscht nach Einschätzung von Verdi ein „System der permanenten Kontrolle und Unterdrückung“, in dem Mitarbeiter eingeschüchtert und verängstigt würden. lsw
28.03.2008
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