Zehntausende beim Faschingsumzug in Gundelsheim


 Bildergalerie: Faschingsumzug Gundelsheim 1 | 16.02.
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Gundelsheim - Volker I. vom singenden Bass hat ganze Arbeit geleistet. Denn von jeher ist der Prinz verantwortlich für das Wetter beim Faschingsumzug des Gundelsheimer Carneval-Vereins (GCV). Bei der 47. Auflage des närrischen Gaudiwurms am Faschingsdienstag herrscht bei Temperaturen um die null Grad eitel Sonnenschein.

Bevor am Aschermittwoch alles vorbei ist, lassen es die Narren in der Deutschordensstadt noch einmal krachen. 178 bunte Fußgruppen, schrille Kapellen und fantasievolle Wagen verwandeln die Stadt in ein einziges Tollhaus. Um 14.11 Uhr gibt Zugmarschall Uwe Gönnenwein die rund 2,5 Kilometer lange Strecke frei. Von jetzt an gibt es für die etwa 3000 Aktiven und zehntausende Zuschauer am Straßenrand kein Halten mehr. Fetzige Rhythmen haben die Deutschordensstadt fest im Griff. Pausenlos schallt es "Helau" aus zehntausenden Kehlen.

Würdiger Abschluss

Irene Jochum-Ziegler gibt vom Anfang bis zum Ende alles. Die Schweizerin lebt seit zwölf Jahren in Wollenberg und ist seitdem Fan des größten Faschingsumzugs im Heilbronner Land. "Die Leute hier und das Städtchen machen das besondere Flair aus. Der Umzug ist ein würdiger Faschingsabschluss", schwärmt sie.

Vorne weg ziehen traditionell die Trychlerfründa aus der Schweiz, die mit riesigen Glocken den Gaudiwurm laufstark einläuten. Bürgermeisterin Heike Schokatz, die sich bei der Fernsehsitzung des SWR als flotte Biene Maja amüsierte, trägt beim Umzug Narrenkappe und GCV-Schal. Zusammen mit den Bundestagsabgeordneten Thomas Strobl (CDU) und Josip Juratovic (SPD) wirft sie Süßigkeiten vom Wagen des Gundelsheimer Elferrats.

Insgesamt fliegen rund eine Million Kaustangen durch die Luft, so Zugmarschall Gönnenwein. Er selbst ist vor 18 Jahren von den Ellhofener Sulmtalnarren nach Gundelsheim gewechselt. "Ich wollte einfach in der Bundesliga spielen", sagt der Umzugsorganisator.

Zwerge

Derweil treiben vier Zwerge aus Buchen mit Rechen und Schaufel Unfug im Publikum. Ihre Namen wollen sie auf keinen Fall verraten. Nur so viel sagt einer hinter vorgehaltener Hand: "Ich wusste gar nicht, dass meine Schwägerin so aus sich raus kann."

Das Gundelsheimer Männerballett verteilt saure Gurken. Von irgendwoher schallt es: "Es grüßt euch hier von dieser Stelle euer Guido Westerwelle." Als Antwort gibt es schallendes Gelächter. Währenddessen schenkt die Heilbronner Carnevals-Gesellschaft vom modellierten Stadtbahnwagen Trolli aus.

Erstmals dabei sind Blau-Weiß Sindelfingen, die Mudauer Wassersucher und Freibier Sulzbach aus Baden. "Die Badener scheinen sich bei uns wohl zu fühlen", sagt Sitzungspräsident Wolfgang Riedle. Für ihn hätte die närrische Zeit ruhig noch länger gehen können. "Aber jetzt kann jeder den Fasching noch einmal genießen. Und dann heißt es Kraft tanken, wenn es am 11.11 wieder losgeht."




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