Wirtschaft und Region planen gemeinsamen Auftritt auf der Buga

Heilbronn  Der Auftritt der Wirtschaft und der Region bei der Bundesgartenschau (Buga) 2019 in Heilbronn nimmt konkrete Formen an. Nachdem kürzlich der Landkreis Heilbronn seine Pläne für einen eigenen Pavillon vorgestellt hat, gab nun die Handwerkskammer Heilbronn-Franken erste Einblicke in ihre Buga-Planung.

Von Jürgen Paul

Wirtschaft und Region planen gemeinsamen Auftritt auf der Buga
Präsentationsfläche auf dem Buga-Areal (zum Vergrößern der Karte auf Bild klicken)

Wie Kammerpräsident Ulrich Bopp der Vollversammlung am Montagnachmittag mitteilte, plant das Handwerk einen Pavillon in Holzbauweise. Der mit dem Heilbronner Architekturbüro Herzog & Herzog geplante Pavillon soll im Bereich des Nordeingangs und in Nähe des Landkreis-Pavillons auf dem Areal entstehen, das für den Beitrag der Region reserviert ist.

Bopp betonte, man wolle auf der Buga "nicht die Handwerkskammer, die Kreishandwerkerschaft oder die Innungen in den Vordergrund stellen. Wir wollen das Handwerk präsentieren".

Kein 08/15-Pavillon

Mit Blick auf den benachbarten Pavillon, für den der Landkreis 500.000 Euro zur Verfügung stellt, sagte er: "Es ist klar, dass wir da nicht einen 08/15-Pavillon hinstellen können." Die Vollversammlung hatte im Frühjahr ein Buga-Budget in Höhe von 250.000 Euro genehmigt. Beide Pavillons, auch das Landkreis-Projekt wird von Herzog & Herzog geplant, werden sich Bopp zufolge "in harmonischer Weise gemeinsam in das Bild der Bundesgartenschau einfügen und gekonnt ergänzen".

Darüber, was die Buga-Besucher im Handwerks-Pavillon erwartet, wollte der Präsident unter Hinweis auf die laufenden Planungen nicht viel sagen. Man wolle das Handwerk mit allen Sinnen erfahrbar machen.

Partner auf der Außenfläche

Auf der Außenfläche des Areals werden sich Bopp zufolge weitere Akteure der Region beteiligen, was lange nicht klar war. Konkret nannte der Handwerkspräsident die Landkreise Hohenlohe, Schwäbisch Hall und Main-Tauber sowie den Regionalverband Heilbronn-Franken als Mitgesellschafter der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF). Die anderen Gesellschafter Handwerkskammer, Stadt und Landkreis Heilbronn sind mit eigenen Auftritten auf der Buga präsent.

Auch die Bürgerinitiative Pro Region und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Heilbronn-Franken werden den Auftritt der Region unterstützen. "Nicht die Partner als solche sollen sich präsentieren. Sondern die Themen, die die Region repräsentieren, sollen auf dem Freigelände vor dem Pavillon des Handwerks gespielt werden", betonte Bopp. Wie das konkret aussehen soll, erarbeite die WHF derzeit mit dem Büro Herzog & Herzog.

IHK verzichtet auf eigenen Wirtschaftspavillon

IHK-Geschäftsführer Peter Schweiker bestätigte auf Stimme-Anfrage das Engagement der IHK auf dem Regionsareal. "Uns war es wichtig, dass die Region gemeinschaftlich auftritt und es keine Egoismen gibt", so Schweikert. Man wolle mit den Partnern themenbezogen arbeiten, denn "die Buga ist keine Leistungs- oder Produktschau". Die IHK werde für ihre Buga-Beteiligung 100.000 Euro aus dem Pakt Zukunft setzen. Einen eigenen IHK-Pavillon werde es nicht geben. Damit verabschiedet sich die Kammer von dem Ende 2016 angekündigten Vorhaben, auf der Buga mit einem Wirtschaftspavillon für alle Unternehmen der Region Flagge zu zeigen. Wie zu hören ist, scheiterte dieses ambitionierte Vorhaben am Mangel an Sponsoren. 


 

Mit Leben füllen

Ein Kommentar von Jürgen Paul

Wie präsentieren sich die Region und ihre Wirtschaft auf der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn? Über diese wichtige Frage haben sich die relevanten Akteure monatelang den Kopf zerbrochen − ohne zu einem Ergebnis gekommen zu sein. Auch jetzt, nachdem die Handwerkskammer den vermeintlichen Durchbruch verkündet hat, bleiben viele Fragen offen. Aber zumindest scheinen sich die beteiligten Institutionen mit ihren unterschiedlichen Interessen so weit zusammengerauft zu haben, dass ein gemeinsamer Regionsauftritt bei der Bundesgartenschau doch noch möglich wird. Es wäre mehr als peinlich gewesen, wenn sich diese ebenso dynamische wie heterogene Region und ihre starke Wirtschaft aufgrund von Eitelkeiten und Kirchturmdenken gar nicht oder nur unvollständig auf der Buga präsentieren würde.

Offenbar hat sich bei den Beteiligten noch rechtzeitig die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich die Besucher einer bundesweit oder gar international beachteten Gartenschau kaum für einzelne Firmen, Branchen, Kommunen oder Landstriche interessieren, sondern einen repräsentativen Überblick über die Buga-Region mit ihren Stärken und Potenzialen bekommen wollen.

Das Versprechen, die relevanten Themen der Region umzusetzen, müssen die Akteure nun mit Leben füllen. Das Handwerk und der Landkreis Heilbronn setzen mit ihren Holzpavillons zwar die baulichen Akzente. Doch alle Partner sind aufgerufen, das Regionsareal zu einem Publikumsmagneten der Buga zu machen. Einfach wird das nicht.

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juergen.paul@stimme.de