Wird die Pizzalieferung bald teurer?

Von unserem Redakteur Jürgen Kümmerle

Pizza
Gelieferte Speisen könnten künftig teurer werden. Schuld daran ist eine mögliche Mehrwersteuererhöhung. Foto: the rock/Fotolia  
Heilbronn/Berlin - Die Pizzalieferung könnte bald teurer werden. Schuld daran ist ein Urteil des Bundesfinanzhofs, wonach künftig 19 anstatt wie bisher sieben Prozent Mehrwertsteuer auf die Lieferung frei Haus fällig werden könnten.

„Wir sind verpflichtet, auf das Gerichtsurteil einzugehen“, sagt Silke Bruns, Pressesprecherin des Bundesfinanzministeriums. Lässt sich ein Kunde seine Pizza individuell zusammenstellen, wird aus dem Lieferprodukt eine Dienstleistung. „Diese ist dann mit 19 Prozent zu besteuern“, sagt Bruns. Man prüfe derzeit, inwieweit die verschärfte Rechtslage anzuwenden ist. Einen genauen Zeitplan gebe es nicht.

Sitzen oder stehen?

Bislang gilt für Speisen, die nicht im Restaurant verzehrt werden, ein verbilligter Steuersatz von sieben Prozent. Das gilt auch für die Currywurst an der Imbissbude. Uschi Schröter findet, eine gerechtere Behandlung“. Sie betreibt in Heilbronn mehrere Wurstbuden. „Wir zahlen beim Einkauf sieben Prozent und müssen auch nur sieben Prozent abführen.“

Verfügen Imbissbuden auch über Sitzplätze, müsse der Gast nach dessen Verzehrwunsch gefragt werden. Setzt sich der Kunde zum Essen hin, werden wieder 19 Prozent fällig. „Das ist in der Praxis schwierig umzusetzen. Wir müssen bei jedem Kunden nachfragen“, sagt Schröter.

Dario Del Gaiso ist Besitzer von Bellas Ristorante und Pizzeria in Heilbronn. „Der Steuersatz für Lieferungen sollte bei sieben Prozent bleiben“, sagt der 58-Jährige, der seit 1991 Speisen frei Haus liefert. Die Preise zu erhöhen, komme für ihn nicht infrage. „Ich würde versuchen, die eine oder andere Pizza mehr zu verkaufen.“ Das wolle er über besseren Service und kostenlose Zusatzangebote erreichen.

Forderung

Jürgen Benad, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Berlin, kennt die Probleme der Gastronomen. „Wir brauchen einen reduzierten, einheitlichen Mehrwertsteuersatz für alle Speisen. Dann haben wir keine Abgrenzungsprobleme mehr“, sagt er. Die Dehoga würde dies bereits seit vielen Jahren von der Politik fordern. „Bei rund mehr als der Hälfte aller europäischen Länder ist das so.“




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