Vorhersage: Pegel steigen in der Nacht weiter

Region - Aufgrund starker Regenfälle sind die Pegelstände weiter gestiegen: Mehrere Straßen wurden bereits geflutet und sind nicht mehr befahrbar. Seit Freitag ist die Schifffahrt auf dem Neckar bis auf Weiteres eingestellt.

Von unserer Redaktion

 

Region - Die Pegelstände der Flüsse in der Region werden in der Nacht weiter steigen. Das besagen die Prognosen der Hochwasser-Vorhersagezentrale Baden-Württemberg (HVZ).

Der Pegel in Lauffen am Neckar ist im Tagesverlauf gesunken und steht derzeit bei etwa 5,10 Meter. Bis Mitternacht rechnen die Experten der HVZ mit einem Wiederanstieg auf etwa 5,80 Meter. "Das wird am Sonntag aber noch weiter steigen", sagt Hydrologe Rüdiger Friese. Die Kiesstraße steht bereits unter Wasser gesetzt. In den Keller des Vereinsheims des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) ist am Samstagmorgen Wasser eingedrungen.

Mit Pumpen und Besen versucht Jochen Ehmer das Wasser aus den Räumen zu bekommen. "Es lässt nach. Das ist Grundwasser, das bei uns reinläuft. Das ist bei uns alle fünf Jahre so." Rund 20 Helfer haben am Freitagabend die Möbel aus dem Keller des CVJM-Vereinsheims geräumt.

Die Freiwillige Feuerwehr Lauffen ist seit Freitagabend 23 Uhr in Hochwasserbereitschaft. Etwa 250 Sandsäcke habe man anch Angaben von Pressesprecher Michael Kenngott verteilt.

 

Gesperrte Straßen


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Campingplatz unter Wasser

Auch in Gundelsheim wurde der meldepflichtige Wert von 3,40 Metern überschritten. Der Neckar misst zur Stunde etwa 7 Meter. "Solange es nicht dicker kommt, ist alles in Ordnung", sagt Feuerwehrkommandant Ulrich Falkenhain. Doch auch für den Pegel Gundelsheim rechnen die Experten mit einem weiteren Anstieg. 7,30 Meter sollen in der Nacht erreicht werden. Einer derzeit noch vagen Prognose zufolge könnten in den Mittagsstunden des Sonntag sogar 8 Meter erreicht werden. Ein Campingplatz steht in Gundelsheim bereit unter Wasser.

Anders ist die Situation in Heilbronn. "Im Stadtgebiet ist es noch relativ ruhig. Wir fahren unsere Kontrollpunkte ab", sagt Eberhard Jochim, Kommandant der Feuerwehr Heilbronn.

Im Schozachtal ist die Situation offenbar ebenso weniger angespannt. "Die Rückhaltebecken, die entlang der Schozach errichtet wurden, haben sich bewährt", sagt Steffen Heber, Kommandant der Ilsfelder Feuerwehr. Gemeinsam mit dem Bürgermeisteramt beobachtet die Ilsfelder Wehr die Situation. Zu einem Einsatz musste sie noch nicht ausrücken.

In Obereisesheim stehen die Squash-Halle Happy Match und das Freibad unter Wasser. Die Feuerwehr war den ganzen Tag im Einsatz (zum Bericht).

 

 

Kein Schiffsverkehr

Bereits am Freitag hat Dauerregen den Neckar so stark anschwellen lassem, dass der Schiffsverkehr auf dem Neckar eingestellt werden musste. Vor allem die östlichen Nebenflüsse bringen viel Wasser mit. Barbara Grüter, die stellvertretende Leiterin der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Stuttgart, rechnet vor Sonntag nicht mit Entwarnung, die Schiffe bleiben liegen.

 

Hohenlohe: Kocher wird zum reißenden Fluss

Auch im Hohenlohekreis ist die Hochwassersituation angespannt. Am Samstag hat die Jagst an vielen Stellen den Hochwasserstand von 2,50 m erreicht. Der Hochwasser-Meldewert liegt bei 2,20 Meter. „Das ist ein Hochwaser, wie es im langjährigen Mittel alle zwei Jahre vorkommt", sagt Rüdiger Friese, Hydrologe der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg in Karlsruhe.

Im Bereich der Ingelfinger Brücke hat sich der sonst eher gemächlich fließende Kocher inzwischen in einen reißenden Fluss verwandelt.

Unterdessen werden die Pegel von Kocher und Jagst weiter steigen. Ab Sonntag sei eine „vorübergehende Entspannung“ zu erwarten, sagt Rüdiger Friese. 

 

Wasserstände am Neckar | Infographics