Volksbank-Fusion im nördlichen Landkreis perfekt

Möckmühl  Die Volksbank Möckmühl-Neuenstadt und die Raiffeisenbank Neudenau-Stein-Herbolzheim schließen sich zur Volksbank Möckmühl zusammen. Alle 17 Standorte bleiben bestehen. Der Vorstand sieht großes Einsparpotenzial im Verwaltungsbereich.

Von Jürgen Paul

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Der Vorstand der Volksbank Möckmühl (v.l.): Rainer Schwab, Michael Fähndrich, Jochen Trabold und Thomas Reuter.  

Die nächste Bankenfusion im genossenschaftlichen Lager in der Region ist perfekt. Die Volksbank Möckmühl-Neuenstadt hat sich mit der Raiffeisenbank Neudenau-Stein-Herbolzheim zur Volksbank Möckmühl zusammengeschlossen. Damit entsteht im Jagst- und Kochertal eine Bank mit 17 Filialen, 31.000 Kunden und einer Bilanzsumme von 735 Millionen Euro.

Klare Voten für die Bankenhochzeit

Das Votum der beiden Institute war eindeutig: Am Montag stimmten die Mitglieder der Raiffeisenbank Neudenau-Stein-Herbolzheim mit 93,17 Prozent für die Fusion mit dem sechs Mal größeren Partner. Am Dienstagabend gab die Vertreterversammlung der Volksbank Möckmühl-Neuenstadt mit 98,69 Prozent Zustimmung grünes Licht für die Bankenhochzeit.

Keine Diskussion um neuen Namen

"Die Stimmung war gut", freut sich der Möckmühler Vorstand Rainer Schwab darüber, dass die für den Zusammenschluss notwendigen Quoren von jeweils 75 Prozent weit übertroffen wurden. Seit Anfang des Jahres hat er mit seinen Vorstandskollegen an allen 17 Standorten der beiden Institute für die Fusion geworben, die rückwirkend zum Jahresbeginn in Kraft treten wird. Selbst um den neuen Namen gab es Schwab zufolge keine großen Diskussionen. "Wir wollten keinen Namen mit Städten, und der Sitz der Bank ist eben in Möckmühl", erklärt er.

Strategie und Kundenstrukturen passen zusammen

Ausschlaggebend für das Zusammengehen war die zunehmende Regulatorik, die für kleinere Banken kaum noch leistbar ist. Auch der Margendruck aufgrund der Niedrigzinsphase lässt die Bereitschaft für Fusionen in den Vorstandsetagen steigen. Für Schwab macht die Bankenehe auch deshalb Sinn, "weil unsere Strategien und Kundenstrukturen sehr gut zusammenpassen". Auch was die räumliche Nähe angeht, lag eine Fusion der beiden Genossenschaftsbanken nahe.

Rainer Schwab wird das neue Institut gemeinsam mit seinem bisherigen Vorstandskollegen Thomas Reuter führen. Die bisherigen Vorstände Michael Fähndrich und Jochen Trabold werden Prokuristen - Trabold wechselt in die Zentrale nach Möckmühl, Fähndrich bleibt in Neudenau.

Starke lokale Verwuzelung als größte Pfund

Schwab betont, dass mit dem Zusammenschluss keinerlei Sparmaßnahmen verbunden seien. "Alle 17 Geschäftsstellen bleiben bestehen", betont er. Somit muss keiner der 150 Mitarbeiter um seinen Arbeitsplatz fürchten. Die starke regionale Verwurzelung sei das größte Pfund der beiden Banken. Das verdeutlicht die Tatsache, dass 35.000 Einwohner im Einzugsbereich der Fusionsbank leben und das Institut 31 000 Kunden betreut. "Dass wir das ernst meinen, zeigt sich auch daran, dass wir im kleinen Ort Kochertürn eine neue Filiale errichten", sagt der Banker.

Doppelarbeiten sollen vermieden werden

Einsparpotenzial sieht Schwab gleichwohl. Nicht im Geschäft mit den Kunden, die ab Juli die Vorteile der größeren Bank nutzen können, sondern im Verwaltungsbereich ließen sich Synergieeffekte erzielen. Parallelstrukturen würden aufgelöst, Doppelarbeiten vermieden. "Wir investieren zum Beispiel gerade in ein zeitgemäßes Digitalangebot. Das müssen wir künftig nur einmal pflegen", nennt Schwab ein Beispiel. Auch der Aufwand für die Regulatorik sei in der größeren Struktur besser zu leisten.

Neue Bank will weitere Marktanteile gewinnen

Die neue Volksbank Möckmühl, die 1,4 Milliarden Euro Kundengelder betreut und über eine Bilanzsumme von 735 Millionen Euro verfügt, sieht Schwab als Platzhirsch im nördlichen Landkreis für die Zukunft bestens aufgestellt. "Wir spielen weiter auf Angriff", sagt er und kündigt den weiteren Ausbau der Marktanteile an.

 

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