Video: Der Feuerball über der Region

Deutschland/Region  Zum Himmelsphänomen, das am Dienstagabend viele Menschen bemerkt haben, gibt es jetzt einen kurzen Film einer Frau aus der Region. Sie hat das Objekt mit einer Autokamera eingefangen.

Von Alexander Klug

Wer am Dienstagabend den Blick nach oben richtete, sah ungefähr zehn Sekunden lang ein hell leuchtendes Objekt am Abendhimmel. Wobei es sich dabei gehandelt haben könnte, erläuterte tags darauf der Chef des Stuttgarter Planetariums, Uwe Lemmert. Er hält sowohl ein Trümmerteil, etwa einer ausgedienten Raketenstufe, als auch einen Meteor für denkbar, auch wenn das eine oder andere Argument dagegen spricht – so sei das Objekt etwa für einen Meteor zu langsam gewesen.

Ob oder welche Teile des Objekts den Erdboden erreicht haben, könnten erst Untersuchungen zu einem späteren Zeitpunkt ergeben, sagt der Planetariumschef. „Vorher müssen Experten die Flugbahn des Objekts durch die Atmosphäre berechnen, um so ein mögliches Zielgebiet für Bruchstücke bestimmen zu können.“

Facebook-Nutzerin Julia Zemella hat den Feuerball auf Höhe von Illingen (Enzkreis) eingefangen und das Video der Redaktion zur Verfügung gestellt: 

Der Eindruck beim Blick in den Himmel, dass das Objekt in der Nähe eingeschlagen ist, täusche. „Nur, weil das Leuchten aufhört, heißt das nicht, dass das Objekt nicht mehr fliegt. Eine mögliche Absturzstelle ist oft überraschend weit weg, es geht um Hunderte von Kilometern", sagt der Planetariumsleiter. „Es gibt Fälle, in denen in der Vergangenheit Suchteams losgezogen sind und auch tatsächlich Stücke von Meteoriten gefunden haben. Dabei kommen Metalldetektoren zum Einsatz, weil das Gestein meistens deutlich metallhaltiger ist als der Boden.“

Auch interessant: Wie Augenzeugen das Phänomen beschreiben

Zur Berechnung der Flugbahn nutzen die Experten die ungefähr 800 Beobachtungen, nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Frankreich, Italien oder Luxemburg. Sie stammen häufig von Augenzeugen, aber vor allem von Kameras. „In Autos  werden oft Kameras installiert, um den Straßenverkehr zu filmen. Das ist vor allem in Russland sehr populär, deswegen kommen von dort viele Aufnahmen, auch von solchen Phänomenen.“

Augenzeugen melden Beobachtungen

Hunderte Berichte über die Feuerkugel hat die Fachgruppe Meteorastronomie auf einer Karte zusammengetragen. Foto: Screenshot

Die Fachgruppe Meteorastronomie unter dem Dachverband der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft stellt in einer Karte dar, von wo aus Augenzeugen den Feuerball beobachten konnten. 

Demnach hat es Sichtungsmeldungen aus ganz Deutschland und Frankreich gegeben.

>>Unter diesem Link werden alle Meldungen zur Sichtung dokumentiert