Verunsicherung um angebliche Hundeköder

Region  In Bad Friedrichshall und Untergriesheim sollen in den vergangenen Wochen Hundeköder mit Gift oder Rasierklingen aufgetaucht sein. Doch laut Polizei gibt es dafür überhaupt keine Beweise.

Von Daniel Stahl

Das Schild hängt seit einigen Tagen an einem Laternenmast in Bad Friedrichshall: „Hier wurde Gift gestreut! Hund wurde schon vergiftet!“ Wer das Schild aufgehängt hat, ist unklar. Ziemlich klar ist aber laut Polizei und laut Stadtverwaltung, dass nicht stimmt, was da steht.

Gerüchte um bösartige Hundeköder in der Region gibt es seit Wochen. Sie begannen wohl Mitte November mit einer Meldung bei Facebook, berichtet die Polizei: Zwischen Unter- und Obergriesheim habe angeblich jemand Hundeköder gefunden – Würstchen mit Rasierklingen. Innerhalb weniger Tage wurde diese Meldung hundertfach verbreitet.

Polizei hat keinen einzigen konkreten Hinweis

Die Polizei hat den Fall überprüft, sagt Hans-Jürgen Ott, Leiter der Polizeihundeführerstaffel. Doch Beweise gibt es nicht. In den sozialen Netzwerken kursiert ein Bild der angeblichen Köder. Viele User halten es für ein Foto aus Untergriesheim. Tatsächlich wurde es bei Traunstein in Bayern aufgenommen.

Die Polizei nimmt den Fall trotzdem ernst. Polizisten kontrollieren an bekannten Hunde-Spazierwegen und sprechen mit Hundehaltern. Doch bis heute haben sie keinen konkreten Hinweis auf die Köder, sagt Ott. „Das ist ein Phantom, keiner kann uns etwas sagen.“

Polizei überprüft häufig angebliche Köder

Auch beim Bad Friedrichshaller Ordnungsamt kennen die Mitarbeiter die Gerüchte – und einen Fall mit einem vergifteten Hund. Man gehe aber nicht davon aus, dass ein Unbekannter vorsätzlich Hunden schaden will, sagt Sabine Hermann, Leiterin des Ordnungsamts

Zwar hatte ein Tierarzt vergangene Woche kurz vermutet, ein Hund hätte Nervengift gefressen. Schnell war aber klar: Der Hund hatte ein Mittel zur Bekämpfung von Unkraut geschluckt, sagt Hermann.

Bestätigte Fälle von Giftködern sind in der Region nicht bekannt

Auch die Polizei lässt immer wieder angebliche Giftköder überprüfen, sagt Hans-Jürgen Ott. Verdächtige Teile kommen zur chemischen Landesuntersuchungsanstalt nach Freiburg. „Aber es hat sich bei uns noch nie ein verdächtiges Stück als Giftköder entpuppt“, sagt Ott.

Anfang des Jahres gab es einen konkreten Fall in der Region: In Lampoldshausen waren Würstchen mit Rasierklingen aufgetaucht. Das sei aber der einzige Fall mit Beweisen in den vergangenen Jahren, sagt Ott.

Polizei warnt Hundehalter vor Hysterie

Viel öfter gibt es nur Gerüchte. Und die halten sich hartnäckig. Rund um Bad Friedrichshall sind viele Hundebesitzer inzwischen verunsichert. Einige klingeln bei anderen Hundehaltern an der Haustür, um sie zu warnen. Andere verabreden sich zu gemeinsamen Spaziergängen, um nach einem Täter zu suchen.

„Wir halten das für unverantwortlich, dass man so eine Hysterie entfacht“, sagt Rainer Köller, Sprecher des Heilbronner Polizeipräsidiums. Zumal sich niemand direkt bei der Polizei gemeldet habe. „Keiner prüft, ob wirklich etwas dran ist“, sagt Köller.

 

Tipps der Polizei

Hans-Jürgen Ott ist Leiter der Polizeihundeführerstaffel in Offenau. Er rät Hundehaltern, ihre Lieblinge immer im Auge zu behalten, etwa an einer Flexleine. So bemerke man mögliche Giftköder rechtzeitig. Hundehalter mit konkreten Hinweisen sollten sich bei der Polizei melden, sagt Ott. Das rät auch Melanie Frank vom Ordnungsamt in Bad Friedrichshall: „Wenn jemand solche Hundeköder entdeckt, immer dokumentieren und zur Polizei bringen.“ das

 

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