Unmut über Radstraße, Debatte über Kranenstraße

Heilbronn  Bei der vierten Lokaltour der Heilbronner Stimme bei "da Toni" in der Bahnhofsvorstadt geht es um Verkehrsrowdys, Straßensperrungen und die Fahrradstraße.

Von Bärbel Kistner

Uwe Ralf Heer moderierte die Debatte im Restaurant Da Toni in der Bahnhofsvorstadt. Foto: Mario Berger  

Es war die vierte und letzte Lokaltour spezial in der Heilbronner Innenstadt - und zugleich die 60. Auflage der Veranstaltung. Seit fast zehn Jahren lädt die Heilbronner Stimme Bürger vor Ort ein, um über Herzensanliegen und Probleme zu diskutieren. In der gut besuchten Pizzeria "da Toni" in der Olgastraße standen Themen der Bahnhofsvorstadt und dem westlichen Bereich der Innenstadt im Fokus: der Wunsch nach einem sauberen und sanierten Bahnhof, Unmut über die vielen Autofahrer in der als Radstraße ausgewiesenen Badstraße und über die Einbahnstraßenregelung im Viertel, der Ärger über schlechte Luft und kreuz und quer parkende, rücksichtlose Autofahrer.

Schlagabtausch zwischen Faas und Gauß

Mit Bundesgartenschau-Geschäftsführer Hanspeter Faas und dem Stadtinitiative-Vorsitzenden Thomas Gauß waren zwei Experten dabei, die sich über das Thema Zukunft der Kranenstraße einen Schlagabtausch lieferten. Die Verbindungsstrecke vom Kreisel an der Friedrich-Ebert-Brücke zum Europaplatz wurde im Zuge der Bauarbeiten für die neue Experimenta für den Autoverkehr gesperrt. Für Faas ist es überflüssig, dass die Straße nach der Buga Ende 2019 wieder öffnet: Die Entscheidung darüber müsse zwar der Gemeinderat treffen, aber aus Sicht des Buga-Machers wird die Straße nicht mehr benötigt, weil die neue Tangente von der Bleichinselbrücke zur Hafenstraße den Verkehr aufnehmen werde.

Für Thomas Gauß dagegen gibt es keinen Anlass, dauerhaft auf die Kranenstraße zu verzichten, "zugunsten eines privatwirtschaftlichen Projektes und zum Nachteil des Einzelhandels und der Autofahrer". Gauß sieht in der Kranenstraße eine wichtige Achse, um zum Beispiel das Parkhaus der Stadtgalerie aus Richtung Norden zu erreichen.

Ein Teil der Verkehrs quält sich derzeit durch die Gerberstraße. Rainer Hinderer (SPD) als einziges Gemeinderatsmitglied dabei, wettet "zehn Flaschen Bürgerwein, dass die Kranenstraße nicht mehr aufgemacht wird". Der Stadtrat geht davon aus, dass sich dafür keine Mehrheit im Ratsgremium finden werde. Der Platz vor der Experimenta und der Zugang zum Neckar dort werde so wunderbar sein, dass niemand mehr Lust auf die Kranenstraße verspüre.

Macht die BUGA die Stadt attraktivier?

Weitgehend einig ist man sich in der Frage, dass die Buga die Stadt insgesamt attraktiver machen wird und dass auch der Einzelhandel von der Schau profitieren soll. Faas ist überzeugt, dass ein Großteil der Buga-Besucher von ganz alleine Lust auf die Innenstadt von Heilbronn haben werde. Nicht nur, weil sie so nah ist, sondern eben wegen der Experimenta: "Das wird so ein Knaller für die Stadt." Und auch einen eher pragmatischen Grund nennt der erfahrene Gartenschau-Macher: "Besucher werden alle in die Stadt gehen, weil sie davon ausgehen, dass die Gastronomie dort billiger und besser ist. Die Stadt wird unglaublich von der Buga profitieren."

 

Vier mal kontroverse Diskussionen

An vier Terminen kam unser Chefredakteur Uwe Ralf Heer mit Heilbronner Bürgern über drängende Themen ins Gespräch. Los ging die Lokaltour im Kernstadt-Bezirk Süd am Mittwoch, 24. Januar im „Kistle“ in der Wilhelmstraße. >>Hier geht es zur Berichterstattung.

Spannende 105 Minuten erleben mehr als 50 Bürger in der Nordstadt. Bei einer inhaltlich starken und teilweise kontroversen Diskussion wurden im Kaffee- und Teehaus Hagen Themen von aktuell großer Relevanz wie Sicherheit, Einzelhandel, Verkehr und Attraktivität von Heilbronn angesprochen. >>Hier geht es zur Berichterstattung. 

Eine muntere Diskussion erlebten die Besucher auch in der Gaststätte Kernerhöhe. >>>Mehr dazu gibt es hier

Der Termin im Restaurant "Da Toni" war die vierte und vorerst letzte Lokaltour spezial. Schwerpunkte der Lokaltour „Heilbronn direkt“ waren unter anderem die Themen Verkehr, Wohnbau, Handel, Kriminalität/Sicherheit und Flüchtlinge.