Und plötzlich sprang die Sau durch die Glastür (24.02.2010)

Von Adrian Hoffmann

  Möckmühl - Es war Montagmittag 14 Uhr, als Anton Specht mit dem Rücken zur Terrassentür stand, seine Frau Marianne im Flur. Sie sprachen gerade miteinander – dann geschah es. „Es ließ einen Riesenschlag“, sagt Marianne Specht. Eine Wildsau kam durchs Glas geschossen, sie flog direkt an Anton Specht vorbei. Sie schlitterte quer durch das Wohnzimmer, am Sofa vorbei, am Esstisch – und knallte schließlich an die Küchenwand.

Todesangst

Was sich im ersten Moment völlig absurd anhört, ist im Wohngebiet Im Schlot wirklich passiert. „Ich hatte Todesangst“, sagt Marianne Specht. „Das war sehr bedrohlich.“ Als sich das Wildschwein wieder aufrappelte, nahm es sie ins Visier. Marianne Specht verbarrikadierte sich in letzter Sekunde im Schlafzimmer. Die Sau lief ins Bad, wo sie versuchte, aus dem Fenster zu gelangen. Jetzt nutzte Anton Specht seine Chance, der Sau zu entkommen und floh durch eine Esszimmer-Seitentür ins Freie.

 Bildergalerie: Wildsau verwüstet Möckmühler Wohnung | 24.02.10
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Das Tier hatte sich durch den Sprung durchs Glas verletzt, weshalb es überall Blut verlor. Es brüllte und schrie. „Das war furchtbar, wir stehen jetzt noch unter Schock“, sagt Anton Specht. Als das Wildschwein im Bad zu Ende gewütet hatte, rannte es die Kellertreppe hinunter. Endlich kam das Paar wieder zusammen – bis dahin wussten sie nicht vom anderen, wo er war. Sie stürmten in den ersten Stock, von wo aus sie die Polizei anriefen.

Zerstörung

Die Polizisten ließen das Tier über eine Kellertür und die Garage wieder ins Freie. Mit einem Rechen drückten sie die Türklinke nach unten und versteckten sich in einem Nebenraum. Was die Sau hinterließ, war ein Bild der Zerstörung. Die Wände blutverschmiert, selbst die Decke. Überall hingen Borsten und Haut. Die Wohnzimmerteppiche haben ausgedient. „Es hat hier ausgesehen wie in einem Schlachthaus“, sagt Anton Specht.

Wer übernimmt den Schaden?

Die Frage ist jetzt: Wer übernimmt den Schaden? Die Scheibe wird von der Hausrat-Versicherung ersetzt, das steht fest. Aber der Rest? „Wir hoffen, dass sie da auch zahlt“, sagt Marianne Specht. Das Paar ist froh, dass Freundin Annette und Tochter Melanie bei der Arbeit helfen. Die Tapete ist größtenteils abgekratzt. Dampfreiniger und Desinfektionsmittel sind im Einsatz. „Am Schlimmsten ist das Blut, das überall hängt, und dieser Gestank“, sagt Marianne Specht. „Es ist ein einziger Alptraum.“



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