Tag der offenen Tür im Klinikneubau am Gesundbrunnen

Heilbronn  Das Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn lud am Sonntag ein, einen Blick hinter die Kulissen des Neubaus zu werfen. Rund 11.000 Besucher folgten der Einladung.

Von Ulrike Bauer-Dörr

 


Warum schaut man sich freiwillig ein Krankenhaus von innen an – ohne Patient oder Besucher eines Patienten zu sein? Die vielen Tausend Menschen, die am Sonntag zum Tag der offenen Tür ins Klinikum am Gesundbrunnen strömen, wissen warum: „Ich bin neugierig, wie es in diesem doch sehr komplexen Neubau aussieht“, sagt Dieter Volk aus Leingarten. Vor allem der Blick hinter die Kulissen interessiert ihn.

 

Viele Besucher führen medizinische Fragen her, andere wollen schon mal gesehen haben, was sie als Patient im SLK-Klinikum erwarten könnte: in den Patientenzimmern, in den Operationssälen, in den Funktionsbereichen. In den begehbaren Organen und an den vielen Mitmachstationen kann man Neues lernen. Bei mehr als 15 medizinischen Vorträgen informieren sich die Gäste über die neusten Behandlungsmethoden in verschiedenen medizinischen Fachbereichen. Der neue Franziska-Schwarz-Hörsaal mit seinen 150 Sitzplätzen bietet hierfür das passende Ambiente.

400 Meter lange Flure

Man muss gut zu Fuß sein im Gesundbrunnen. „400 Meter von einer Seite zur anderen“, schmunzelt Michael Knüppel, kaufmännischer Leiter des Klinikums. Er führt eine Stimme-Lesergruppe in einen der 18 Operationssäle. Die Besucher setzen eine 3-D-Brille auf, um eine endoskopische Operation im Bauchraum (einer Puppe)zu verfolgen, zehnfach vergrößert auf dem Bildschirm. 

Großen Eindruck hinterlässt die Wahlleistungsstation auf Ebene 7 mit ihren 72 Betten, die fast immer belegt sind. Hier liegen Privatversicherte und genießen Hotelkomfort in vergleichsweise riesigen, geschmackvoll eingerichteten Zimmern mit Couch und Designerbad, samt Roomservice durch aufmerksame Hotel- und Restaurantfachkräfte. 70 Prozent sind Einzelzimmer. „Hier lässt sich’s aushalten“, findet eine Besucherin.

Aber auch die normalen Zweibettzimmer im Neubau mit Bad, Entertainment-System und umziehbaren Schrank machen Eindruck. „Zwischen Alt- und Neubau liegen Welten“, findet Leser Heinz Mogler.

 

 

 Hubschrauberlandeplatz auf dem Klinikdach

Der neue 900 Quadratmeter große Hubschrauberlandeplatz auf dem Klinikdach wird zwei bis vier Mal am Tag angeflogen. Schwerverletzte werden gebracht oder Patienten über den Luftweg verlegt. „Bitte niemals einen Freiflug hierher“, überlegt ein Besucher laut, bevor es in die Lüftungszentrale, dem Herzstück der Technik auf Ebene 7 geht.

Von hier aus werden stündlich 650.000 Kubikmeter Luft bewegt: gereinigt, kühlt oder beheizt.
Supermodern Die fast eineinhalbstündige Führung kommt gut an: „Alles sehr modern, sehr hell und sehr freundlich hier“, lobt Edith Wendler aus Talheim. Jürgen Grein fasst zusammen: „Ich find’s gut für Heilbronn und die ganze Region, dass wir hier so ein supermodernes Kompetenzzentrum haben.“

Hoch erfreut über die geschätzt mehr als 11.000 Besucher ist am Sonntagabend auch Dr. Thomas Jendges, Geschäftsführer der SLK-Kliniken. Dies zeige, wie sehr sich die Menschen in der Region für das Thema Gesundheit und die SLK-Kliniken interessieren.

„Die Offenheit und Neugierde der Besucher haben richtig Spaß gemacht“, sagt Professor Marcus Hennersdorf, der ärztliche Direktor des Klinikums am Gesundbrunnen am Ende des Tages. 

Zahlen zum Neubau

Spatenstich für den Neubau am SLK-Klinikum Gesundbrunnen war im März 2012. Bis zur Einweihung im Dezember 2016 vergingen viereinhalb Jahre. Das Gebäude hat sieben Geschosse und eine Grundfläche von 82 000 Quadratmetern. 550 Betten stehen zur Verfügung, davon 64 auf zwei Intensivstationen. Es gibt 16 OP-Säle, sechs Kreißsäle und einen für Kaiserschnitt-OP. Gekostet hat der Neubau 225 Millionen Euro, das Land Baden-Württemberg hat sich mit 93,1 Millionen Euro beteiligt, die Gesellschafter Stadt Heilbronn mit 23,5 und der Landkreis Heilbronn mit 19,1 Millionen Euro.