Neue Brennstäbe für GKN II

Neckarwestheim  Der Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim (GKN II) wurde in der Nacht auf Freitag planmäßig heruntergefahren. Bei abgeschalteter Anlage werden in den darauffolgenden Tagen Brennelemente ausgetauscht, wie die EnBW mitteilte.

Von Reto Bosch

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GKN II wird bis spätestens Ende 2022 endgültig die Stromproduktion einstellen. Foto: Archiv/Veigel

Die Maßnahme diene dem optimierten Einsatz von Kernbrennstoff. Nach Abschluss des Brennelemente-Wechsels werde GKN II wieder ans Netz gehen.

Die Laufzeit von GKN II ist durch das Atomgesetz begrenzt, so dass die Anlage spätestens Ende 2022 endgültig die Stromproduktion einstellen wird. Ziel der EnBW sei, die Anlage im Anschluss sicher und zügig abzubauen. Die für die Stromproduktion erforderlichen Brennelemente sollten laut Pressemitteilung optimal eingesetzt werden. Beim Wechsel werden zunächst alle 193 Elemente aus dem Reaktordruckbehälter (RDB) von GKN II in ein benachbartes Lagerbecken überführt. Dort finden Inspektionen statt. Die Fachleute der EnBW legen schließlich fest, wieviele der bereits im Gebrauch befindlichen Elemente und wie viele neue eingebaut werden.

Die EnBW geht davon aus, dass die Gesamtmenge des einzusetzenden Brennstoffs bis zur endgültigen Abschaltung von GKN II reduziert werden kann, wenn Brennelemente nicht nur - wie bislang üblich - während der Jahresrevisionen, sondern auch bei zusätzlichen Terminen ausgetauscht werden. Gleichzeitig werde so verhindert, dass zum Zeitpunkt der Abschaltung unnötig Brennelemente vorhanden sind, die noch nicht weitgehend verbraucht sind.

Atomkraftgegner der Organisation "Ausgestrahlt" haben gegen die EnBW Anzeige erstattet, weil zusätzliche Brennelementewechsel eine Gesundheitsgefährdung darstellen könnten. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat noch nicht entschieden, ob sie ein Ermittlungsverfahren aufnehmen wird.