Netzbetreiber informieren, bevor das Südlink-Kabel kommt

Hardthausen  Transnet BW und Tennet laden zu vier Bürgerveranstaltungen zum möglichen Verlauf des Südlink-Kabels in der Region. Auftakt war in Hardthausen, am Mittwoch macht das Team Station in Schöntal-Westernhausen. Die Bürger haben je nach Region verschiedene Fragen.

Von Heiko Fritze

Netzbetreiber informieren, bevor das Südlink-Kabel kommt

Wie sieht das Kabel aus, wo könnte die Trasse entlang laufen? Mit einer Ausstellung sind Transnet?BW und Tennet zurzeit auf informationstour. Auftakt war im Bürgerhaus in Kochersteinsfeld.

Fotos: Ralf Seidel

 

Spannung liegt in der Luft. Jedenfalls wortwörtlich: Genau zu Beginn der ersten Informationsveranstaltung über die künftige Starkstromtrasse von Norddeutschland bis Leingarten, Projektname Südlink, zucken Blitze über den Himmel von Kochersteinsfeld. Kurz darauf prasselt ein Gewitter nieder.

Doch viele hält das nicht davon ab, in das Bürgerhaus zu kommen. Hausherr Harry Brunnet hat es ja nicht weit, manch einer nimmt aber durchaus einige Kilometer Anfahrt auf sich.

Bis zum Baustart könnte es 2022 werden

Dabei ist es nur ein Zwischenstand, der hier zu sehen ist: Nach wie vor steht nicht fest, auf welcher der bekannten Alternativ-Trassen die Erdkabel verlegt werden sollen. Bis dahin werden alle Korridore gleichwertig behandelt, bekräftigt Saskia Albrecht vom Projektteam bei Transnet BW. Denn auch alle jetzt noch eingehenden Eingaben von Bürgern und Verbänden werden bearbeitet.

Hinzu kommt der Aufgabenkatalog, denn die Bundesnetzagentur den beiden Netzbetreibern - neben Transnet BW ist Tennet an dem Projekt beteiligt - mitgegeben hat: "Wir planen, Ende des Jahres den Antrag einzureichen", erklärt Albrecht. Die Bundesnetzagentur erstellt dann auf dieser Basis eine Trasse, für die dann das Planfeststellungsverfahren anläuft. Das soll bis Ende des Jahres in Gang gesetzt sein.

Inklusive aller Anhörungen und möglichen Gerichtsverfahren könne es bis 2022 dauern, bis mit den Bauarbeiten überhaupt begonnen wird. Inzwischen seien alleine sechs Monate Verzögerung eingetreten, weil das Land Thüringen eine alternative Strecke vorgelegt hatte, die nicht durchs Bundesland führen sollte - vergebens, denn der Vorschlag wurde abgelehnt.

Baustellen-Modell und Informationstafeln

In Kochersteinsfeld geht es aber ohnehin nur um "Abschnitt E", wie die Strecke von Grafenrheinfeld in Franken bis zum Umspannwerk Großgartach intern genannt wird. In der Ausstellung sehen die Besucher ein Stück des Erdkabels, das verlegt werden soll. Ganz neu ist ein Modell einer Kabel-Kupplung - damit werden die etwa ein Kilometer langen Kabel verbunden.

Es gibt ein Modell, wie die Baustelle aussehen wird und vor allem gibt es reichlich Informationstafeln, einen großen Kartentisch und einen Monitor, auf dem die Besucher die Strecke heranzoomen können, um zum Beispiel zu schauen, ob ihr Grundstück im Trassenbereich liegt. Noch ist dieser einen Kilometer breit - wenn die Bundesnetzagentur sich für den Verlauf entschieden hat, wird erst festgelegt, wo genau dort das Kabel unter die Erde kommt.

Ruhige, kritische und konstruktive Atmosphäre

Das Interesse der Besucher hängt immer ein bisschen von der Region ab, haben Saskia Albrecht und Pressesprecher Alexander Schilling festgestellt. In landwirtschaftlich geprägten Gegenden drehten sich die Fragen vor allem darum, was im Jahr der Bauarbeiten angepflanzt werden kann.

Im Raum Heilbronn interessierten sich die Bürger vor allem um die Frage, ob die Trasse durch den Harthäuser Wald verläuft oder ob das Kabel durch Stollen der Salzwerke verlegt wird. Insgesamt sei die grundsätzliche Einstellung gegenüber dem Projekt "neutral", sagt Saskia Albrecht. "Es ist ruhig, kritisch, konstruktiv. Man redet miteinander und schreit sich nicht an."


Info

Am Mittwoch ist das zehnköpfige Team wieder in der Region, in Schöntal-Westernhausen in der Turn- und Festhalle von 16 bis 20 Uhr.

Projekt im Internet: www.transnetbw.de/suedlink

Interaktive Karte: t1p.de/peze