Narren nehmen Abschied vom Fasching

Region  Auch die fünfte Jahreszeit endet einmal: Die Narren in Baden-Württemberg nehmen am Mittwoch vielerorts Abschied von der Fastnacht. In Heilbronn wurde der Gigger in den Himmel geschickt.

Von dpa und unserer Redaktion

Bei strahlend blauem Himmel verdichten sich heute Mittag mitten in Heilbronn die zwei Seiten des Aschermittwoch: das Ende der Fastnacht und der Beginn der Fastenzeit. 

Vor dem Ratskeller standen lauter Personen mit schwarzen Kleidern am Leib, etwas weiter strömten unzählige Menschen mit schwarzen Kreuzen auf der Stirn aus dem Deutschordensmünster:  nicht nur dort, in vielen katholischen Kirchen lassen sich zum Beginn der Fastenzeit Gläubige Asche aufs Haupt streuen, während Narren von Gundelsheim über Rappenau, Wimpfen und Jagstfeld bis Binswangen und Heilbronn bei Hering oder gar bei offenem Feuer den Fasching hinter sich lassen.

Um 11.11 Uhr steigt der Gigger in den Himmel

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Der Gigger steigt in den Himmel. Damit ist auch in Heilbronn die Faschingszeit offiziell beendet. Foto: Berger  

Pünktlich um 11.11 Uhr ließ am Mittwochmittag die Carneval-Gesellschaft Heilbronn (CGH) am Marktplatz ihre Symbolfigur, den Gigger, an rot-weiß-blauen Luftballons in den strahlend blauen Himmel entschweben. „So gerade hat er noch nie abgehoben“, meinte  Präsident Uwe Bindereif. Am Ende einer relativ kurzen, aber immerhin drei Dutzend Termine umfassenden CGH- Kampagne zollte Bürgermeister Wilfried Hajek den Narren „allen Respekt!“, um anschließend in Form eines großen Schlüssels symbolisch die Macht im Rathaus zurückzubekommen.

Tränen in den Augen hatten allen voran Prinzessin Katrin I. von der zauberhaften Lebenslust und Uwe II. von den heißen Rhythmen, die jetzt wieder bürgerliche Namen tragen: Kathrin Carl und Uwe Horn. Eingebunden war der festliche Abschied vom Fasching wie vielerorts in ein  traditionelles Aschermittwochsessen: Matjeshering mit Schwarzbrot.

Faschingsabschied auch in anderen Orten

In einigen Hochburgen im Südwesten wird das Ende der närrischen Zeit traditionell mit Bräuchen wie der Geldbeutelwäsche besiegelt. Dabei werden die Geldbeutel, die sich zur Narrenzeit vollständig geleert haben, in einem Brunnen oder Bach gewaschen und anschließend zum Trocknen an eine Wäscheleine gehängt. 

In einigen Orten geben die Narren am Aschermittwoch die Schlüssel der Rathäuser und damit ihre Macht zurück. Auch die sogenannten Narrenbäume werden gefällt. In vielen Orten im Südwesen wird die Fastnacht zudem in Form einer Stroh-Hexe verbrannt, ertränkt oder vergraben, oftmals auch bereits schon am Dienstagabend.