MS Experimenta erstaunt viele

Heilbronn  Das neue Aushängeschild auf dem Heilbronner Neckar erweist sich als Besuchermagnet. Bis Sommer sind auf der MS Experimenta, dem 105 Meter langen Labor- und Workshopschiff des Heilbronner Science Centers, viele Kurse bereits ausgebucht.

Von Carsten Friese

 

"Wir sind absolut zufrieden", ist Marketingleiter Robert Schwan von der Resonanz angetan. Dies zeige, dass die Schulen "darauf gewartet haben, dass es wieder ein solches Angebot gibt".

In einer Werft in Holland hat die Experimenta das frühere Tankmotorschiff in die schwimmende Lern- und Erlebniswelt umbauen lassen. Es soll ein Ersatzangebot für die Experimentagebäude sein, die derzeit neu oder umgebaut werden. Und was da im hellen, luftigen Schiffsbauch mit 3,50 Meter Deckenhöhe entstanden ist, findet viel Zuspruch.

Klingende Stimmgabeln

"Es ist spannend, hier auf ein Schiff zu kommen. Das ist ja ungewöhnlich. Die Kinder sind ganz dabei", lobt Klassenlehrerin Monica Schuster das Angebot. Sie war gestern mit der 2a der Öhringer Hungerfeldschule auf der MS Experimenta. Unter anderem ging es um Töne, Akustik, klingende Stimmgabeln, die in einem Wasserglas kleine Wellen auslösen, oder einem Bausatz für ein dumpf klingendes Kalimba-Instrument mit Bambusspießen.

Aus Eppingen ist die 7. Klasse der Hellbergschule gekommen. Einige Schüler bauen mit Hilfe eines erklärenden Films auf dem Laptop aus bereitliegenden Materialien eine Kurbeltaschenlampe. Workshopleiter Volker Geis gibt wertvolle Tipps. Andere experimentieren in der Musikwerkstatt an Tischen mit Kopfhörern, Mikrofonen und bunten Knöpfen, wo man wie an einer Art Mischpult Sätze einsprechen, Effekte drüberlegen oder Verzerrungen einbauen kann. An einem anderen Tisch sind Trommelpads unterlegt, um in der Gruppe Rhythmus zu gestalten. "Die Tische sind sehr beliebt", weiß Betreuerin Roswitha Kungl.

 

 

 

 

Ein paar Meter weiter, in der Forscherschmiede, entstehen aus Bausätzen kleine Windgeneratoren, die über sich drehende Flügel ein Lämpchen zum Leuchten bringen. Die fertigen Werke dürfen die jungen Tüftler mit nach Hause nehmen, erklärt Robert Schwan. Dies sei im Eintrittspreis enthalten. In Regalen sind zudem viele ungewöhnliche Exponate zu erraten: Ein großer Rinderknochen, ein Rehschädel, Baumwolle, ein Zunderschwamm (ein Pilz), eine Schreibmaschine für Blindenschrift, ein geöffnetes Rotorblatt mit interessanter Wabenstruktur oder das Innenleben eines alten Toasters sind da zu bestaunen.

Coole Musik

Auch wenn das Schiff mit seinen knapp 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche die echte Experimenta nicht voll ersetzen kann - für junge Forscher gibt es genug zu tun. "Wir haben schon coole Musik gemacht", ist Hellbergschüler Julien (12) angetan. Er hat sich das Schiff eigentlich ganz anders vorgestellt, "viel schiffiger mit schlechtem Geruch". Hier sei aber alles modern und rieche gut. "Man fühlt sich wohl." Erstaunt, dass die MS Experimenta auf dem Neckar "nicht so wackelt", ist Julia (12). Sie findet das Angebot "eine ganz tolle Idee mit dem Schiff". Dass es so ruhig daliegt, hängt mit der geringen Strömung im Altneckar zusammen. Und mit dicken Tauen um die Stahlpfähle am Ankerplatz, die das 935 Tonnen schwere Schiff halten.