Linker fordert von Gienger Verzicht auf Kandidatur

Neckar-Zaber  Neckar-Zaber - CDU-Kandidat Eberhard Gienger soll auf seine Kandidatur bei der Bundestagswahl verzichten. Sein Konkurrent der Linken im Wahlkreis Neckar-Zaber begründet dies mit der "Verstrickung in den Doping-Sumpf".

Von unserem Redakteur Reto Bosch

Neckar-Zaber - CDU-Kandidat Eberhard Gienger soll auf seine Kandidatur bei der Bundestagswahl verzichten. Das fordert sein Konkurrent der Linken im Wahlkreis Neckar-Zaber, Walter Kubach. Er begründet dies mit Giengers angeblicher "Verstrickung in den Doping-Sumpf um Freiburger Sportmediziner". Gienger, ehemaliger Hochleistungssportler und Turner, weist die Vorwürfe von sich. Es sei völlig abstrus, ihm solche Verwicklungen zu unterstellen. "Das ist ehrverletzend und eine Verleumdung."

Kubach bezieht sich unter anderem auf Medienberichte aus dem Jahr 2006, in denen von Anabolika-Einnahmen Giengers die Rede war. Nach einer Operation habe der Turner diesen Wirkstoff verwendet und dies später damit begründet, dass man "ohne dieses Mittel nicht auskäme".

Der CDU-Abgeordnete erklärt, dass er 1974 nach einer Knieoperation zum Aufbau der Oberschenkelmuskulatur "für wenige Tage Fortabol auf ärztliche Verordnung als Medikament genommen habe". Mediziner hätten ihm versichert, dass es ausschließlich um die Genesung gehe. Ein weiterer Vorwurf Kubachs ist, dass Gienger immer wieder den Eindruck erwecke, Doping zu relativieren oder gar zu rechtfertigen. Bis heute scheine bei ihm wenig Bereitschaft zur Aufklärung vorhanden zu sein, erklärt der Mundelsheimer in einer Pressemitteilung.

Wenn Gienger heute noch äußere, es sei ihm neu, dass Doping systematisch betrieben wurde, passe das kaum zu einem erfahrenen Sportpolitiker. Zudem habe er den berüchtigten Freiburger Doping-Arzt Armin Klümper unterstützt.

Der CDU-Kandidat erwidert: "Es gibt überhaupt keine Anhaltspunkte, dass es an der Bereitschaft zur Aufklärung bei mir gefehlt hätte." Er selbst habe nie gedopt, ihm sei auch kein Doping angeboten worden. "Weder mir, noch dem heutigen Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbunds, Dr. Thomas Bach, war bekannt, dass Doping systematisch betrieben worden sein soll. Gienger kündigt an zu prüfen, ob er gegen Kubach weitere Schritte einleiten wird.