Kommunen lehnen Atom-Müll ab

Neckarwestheim/Philippsburg  Neckarwestheim und Philippsburg wehren sich gegen die Idee von Umweltminister Franz Untersteller, weiteren Atommüll zu verlagern. Der Grünen-Politiker hatte vorgeschlagen, schwach- und mittelradioaktiven Müll aus Obrigheim an einen anderen Atom-Standort zu bringen.

Von unserer Redaktion

Die Gemeinde Neckarwestheim und die Stadt Philippsburg wollen keine schwach- und mittelradioaktiven Abfälle aus dem Kernkraftwerk Obrigheim (KWO) aufnehmen. Das teilen die beiden Bürgermeister in einer Presseerklärung mit. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) hatte bei einem Besuch in Obrigheim die Idee geäußert, das betreffende Material an einem anderen Atom-Standort zwischenzulagern, um das KWO-Areal früher aus dem Atomngesetz entlassen zu können. Ob Neckarwestheim und Obrigheim dafür in Frage kommen, ließ er offen.

Mit Blick auf die Verlagerung von 15 Castoren mit hochradioaktiven Brennlementen aus Obrigheim ins GKN-Zwischenlager ist Neckarwestheims Bürgermeister Jochen Winkler der Überzeugung, dass die Gemeinde ihren Beitrag zum Kernenergieausstieg in Deutschland erbracht hat. "Gegen weitere Verpflichtungen werden sich die Kommunen massiv zur Wehr setzen", heißt es in der Mitteilung.

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Ein Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle werde in Salzgitter derzeit, wenn auch sehr schleppend, fertig gestellt. Dieses Lager soll ab dem Jahr 2027 zur Verfügung stehen. Wie jede andere Standortkommune habe auch die Gemeinde Obrigheim diesen Termin abzuwarten. So lange sei der Abfall auf der eigenen Gemarkung zu lagern.

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