Jürgen Mennel erreicht nach 2200 Kilometern Athen (21.10.2010)

Athen/Heilbronn - Jürgen Mennel ist am Donnerstag in Athen angekommen. Im Panathinaikon Stadion gratulierte ihm der griechische Kulturminister Pavlos Geroulanos. Der Obersulmer Extrem-Langläufer war am 20. September in Heilbronn gestartet.

Von Helmut Buchholz

 Heilbronn - Die einen schütteln nur noch fassungslos den Kopf, die anderen applaudieren anerkennend. Egal, ob Wahnsinn oder übermenschliche Leistung: Jürgen Mennel war am Donnerstag jedenfalls einfach nur noch "glücklich, erleichtert und entspannt", als er gegen neun Uhr morgens im alten Athener Panathinaikon-Stadion über die Ziellinie lief.

Damit ist er nach seinem Start am 20. September in Heilbronn 2200 Kilometer gerannt. Der griechische Sportminister Pavlos Geroulanos erwartete zusammen mit einem Tross aus Journalisten, Fotografen und Touristen den 50-Jährigen in der vollständig aus Marmor gebauten Arena. Mennel erhielt eine Medaille, ihm wurde ein Lorbeerkranz aufs Haupt gelegt.

"Ich bin schon stolz", berichtet der Athenläufer per Telefon nach der Zeremonie. "Ich fühle mich unheimlich leicht und locker." Es sei Glück gewesen, dass er den Mammutlauf zu Ehren des 2500-Jahr-Marathon-Jubiläums gepackt habe und von Verletzungen verschont blieb.

Nicht noch mal Jürgen Mennel stellt aber auch klar: "Noch mal würde ich so etwas nicht machen." Vor allem die Quartiersuche abends nach den täglichen 80 bis 90 Kilometern auf der Strecke haben an den Nerven gezerrt. Dennoch "gab es Momente, in denen es schwer war, aufzuhören". Der Ultrasportler will es nicht Euphorie nennen, "aber ich hätte einfach noch viel weiter rennen können".

Bevor der Familienvater am Montag per Flugzeug ins Unterland zurückkehrt, absolviert er am Wochenende in Athen weitere Finalfeierlichkeiten − und läuft abends und morgens 20, 30 Kilometer, um langsam herunterzukommen vom hohen Leistungsniveau. Im Marathonmuseum in Marathon gibt er ein Staffelholz ab, in dem ein Chip eingelassen ist. Darauf stehen Texte, die Forscher mehrerer Hochschulen während des Laufes als Wissensstafette gesammelt haben.

Mennels Wunsch ist, "dass in hundert Jahren noch mal ein Läufer von Heilbronn nach Athen rennt und dann den Chip mit dem aktuellen Wissen aktualisiert". Er stellt dem Museum zudem sein T-Shirt, Laufschuhe und einen kleinen Gummiball zur Verfügung, den er beim Laufen gegen die Langeweile auf den Boden prellte.

Abschlussveranstaltung

Jürgen Mennel wird am Montag, 25. Oktober, von 20 Uhr an in der Aula der Heilbronner Hochschule, Max-Planck-Straße, über seine Erlebnisse beim Athenlauf berichten. Der Fotograf Alexander Rieß, der den Lauf des 50-Jährigen mit der Kamera dokumentierte, zeigt seine Bilder. Außerdem wird Professor Martin Haag von der Heilbronner Hochschule die Wissensstafette präsentieren, die parallel zu dem Lauf erstellt wurde. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. 

 Info: Auf seiner Homepage www.athenlauf.de hat Jürgen Mennel regelmäßig aktuelle Berichte und Fotos eingestellt.

 

Grafik Athenlauf