Weichen für Jagsttalbahn gestellt

Von Heike Kinkopf

In zwei getrennten Sitzungen haben sich die Gemeinderäte Jagsthausen und Widdern für die Inbetriebnahme der Jagsttalbahn ausgesprochen. Foto: Ulrike Kugler

Jagsthausen/Widdern - Die Jagsttalbahn, das Bemberle, fährt nur dann zwischen Jagsthausen und Widdern, wenn der Landkreis Heilbronn und das Land Baden-Württemberg ihr Scherflein dazu beitragen. Ohne finanzielle Unterstützung lässt sich das Projekt nicht stemmen. Daraus machen Widdern und Jagsthausen keinen Hehl. Offene Türen und Gesprächsbereitschaft signalisieren Land und Kreis. Feste Zusagen machen sie im Moment noch keine.

„Wir stehen touristischen Attraktionen, die ins Gefüge des Heilbronner Landes passen, grundsätzlich positiv gegenüber“, sagt Landrat Detlef Piepenburg. Die Jagsttalbahn sei solch eine touristische Attraktion. Ende des Monats steht ein Gesprächstermin mit den Bürgermeistern Roland Halter (Jagsthausen) und Michael Reinert (Widdern) in Piepenburgs Kalender. „Danach wird man sehen, ob und wie sich der Landkreis beteiligen kann.“ Klar sei: Das letzte Wort spricht der Kreistag.

Gradmesser

Unterstützung für die historische Museumsbahn ja oder nein - für Roland Halter auch ein Gradmesser dafür, „was der ländliche Raum dem Landkreis wert ist“. Kollege Reinert ergänzt: „Ich hoffe, dass die Jagsttalbahn als strukturfördernde Maßnahme gesehen wird.“ So wie dies die Stadtbahn für die Stadtbahngemeinden sei.

In Stuttgart laufen die Fäden im Innenministerium zusammen. Staatssekretär Rudolf Köberle hat die Koordinierung der Gespräche mit Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium übernommen. Das Innenministerium trägt zusammen, welche Fördermöglichkeiten es gibt. Konkrete Ergebnisse werden in den kommenden Wochen erwartet. Liegen sie auf dem Schreibtisch, wird Köberle sie prüfen.

Wichtiges Projekt

„Allein die Tatsache, dass Staatssekretär Köberle die Rolle der Koordination übernommen hat, zeigt, dass die Jagsttalbahn ein wichtiges Projekt innerhalb der Ministerien ist“, zeigt sich das Innenministerium dem Vorhaben gegenüber aufgeschlossen. Auf die große Beliebtheit überregional bedeutsamer Tourismusbahnen weist das Wirtschaftsministerium hin.

Das Agrar-Ressort signalisiert Wohlwollen. Die Jagsttalbahn „ist ein interessantes Projekt, eines, das den Tourismus im ländlichen Raum in der Region stärken kann“, heißt es in Peter Hauks Ministerium. Stimmten Struktur und Konzeption, sei eine Förderung der Bahn durch das Programm Entwicklung Ländlicher Raum (ELR) denkbar. Schließlich sei es ein Ziel von ELR, den ländlichen Fremdenverkehr zu fördern. Vorausgesetzt: Jagsthausen und Widdern stellen einen „zuwendungsfähigen Zuschussantrag“.

Optimismus herrscht im Jagsttal. „Ich warte täglich auf einen Anruf aus dem Innenministerium, damit wir uns wieder zusammensetzen“, sagt Roland Halter. Mit Blick auf vorangegangene Gespräche: „Ich gehe davon aus, dass all dies keine Lippenbekenntnisse sind, sondern ehrliche Meinungen.“


Hintergrund: Weichen gestellt

In zwei getrennten Sitzungen haben sich die Gemeinderäte Jagsthausen und Widdern für die Inbetriebnahme der Jagsttalbahn ausgesprochen. Der Entscheidung zugrunde liegt eine Konzeption, die Investitionskosten in Höhe von drei Millionen Euro vorsieht. Der laufende Betrieb soll durch ehrenamtlich tätiges Personal gewährleistet werden. Beide Gemeinden sehen in der Jagsttalbahn ein Instrument, das dem Fremdenverkehr im nördlichen Landkreis Auftrieb gibt. kik



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