IHK beteiligt sich an Hochschulkosten

Von Manfred Stockburger

Im bisherigen Verwaltungsgebäude der HVG sollen künftig Studenten lernen. Die IHK Heilbronn-Franken beteiligt sich an der Miete. Foto: Archiv/Kugler 
Crailsheim/Heilbronn - 75 Kilometer entfernt von Heilbronn hat die Vollversammlung der IHK Heilbronn-Franken am Dienstag bei ihrer Sommersitzung in Crailsheim beschlossen, die Hochschule Heilbronn bis 2019 jährlich mit 100.000 Euro zu unterstützen. Damit soll ein Teil der Mietkosten finanziert werden, die für den geplanten Innenstadt-Standort anfallen. „Wir sehen das als die Möglichkeit, einen Meilenstein zum Ausbau der Hochschullandschaft zu setzen“, erklärte IHK-Präsident Thomas Philippiak.

Zeitdruck

Erst eine Woche vor der Sitzung hatte der Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach bei der Wirtschaftskammer um die Mitfinanzierung gebeten. „Ich hätte das liebend gerne mit Unternehmen aus der Raumschaft Heilbronn gemacht. Aber Sie wissen, was ich gehört hätte, wenn ich mich an Firmen wie Bosch, Getrag, Läpple gewendet hätte.“

Himmelsbach betonte, dass Voraussetzung für die Finanzierung durch die Region sei, dass sich das Land vertraglich verpflichte, nach spätestens zehn Jahren die Kosten zu übernehmen. Allein unter haushalterischen Gesichtspunkten, so Himmelsbach, müsste auch er Nein dazu sagen. Das Thema sei allerdings zu wichtig, um das zu tun. Das Land komme seinen Finanzierungsverpflichtungen aber „in zu geringem Umfang“ nach.

Bei der Industrie- und Handelskammer bekam Himmelsbach nach teils kontroverser Diskussion ein Ja – bei nur einer Enthaltung. Weil die Hochschule so wichtig für die Region ist, stimmte der Heilbronner Ratskellerwirt Jürgen Mosthaf dem Antrag zu, der die IHK mit insgesamt einer Million Euro belasten wird, „obwohl die Finanzierung einer Hochschule verdammt noch mal nicht zu den Aufgaben einer IHK gehört“, so Mosthaf. „Aber es wäre hirnverbrannt, dem Projekt Steine in den Weg zu legen.“

IHK-Vizepräsident Hans Hambücher betonte, dass die Entscheidung richtungsweisend sei, weil der Gemeinderat und der Kreis Heilbronn der Finanzierung noch zustimmen müssen. Wie berichtet soll die Stadt 1,7 Millionen Euro bezahlen, die IHK eine Million, der Landkreis und die Hochschule je 700.000 Euro. Die Dieter-Schwarz-Stiftung trägt eine halbe Million. Mit dem Geld sollen der Umbau sowie die Betriebskosten des bisherigen Verwaltungsgebäudes der Heilbronner Versorgungs-GmbH finanziert werden, in dem zunächst die Außenstelle der Dualen Hochschule und ab Ende 2011 ein Teil der Hochschule Heilbronn untergebracht werden sollen.

Fraktionen tragen zur Finanzierung bei

Die Chancen für eine neue Außenstelle der Hochschule Heilbronn am Europaplatz wachsen. Am Dienstag haben nach Information der Stadt die Fraktionen des Heilbronner Gemeinderates grünes Licht für den städtischen Anteil am Umbau des HVG-Gebäudes gegeben. Ein formaler Ratsbeschluss ist erst am 1. Oktober möglich. Das Finanzierungskonzept sieht vor, dass von den auf zehn Jahre gerechneten Kosten in Höhe von 4,7 Millionen Euro die Stadt einen Anteil von 1,7 Millionen übernimmt. „Wir kommen damit einer Lösung näher, die der Hochschulstadt Heilbronn und der Region einen deutlichen Schub geben würde,“ sagt OB Himmelsbach.

Die CDU gab ihre Zustimmung ohne Einschränkung (wir berichteten). Die SPD kritisierte heftig, dass sich „das Land aus seiner Verantwortung im Hochschulbereich stiehlt“. Abstriche bei ihren Pflichtaufgaben könne die Stadt nun aber nicht machen, erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende Sibylle Mösse-Hagen. Eine Wiedereinführung der Kindergartengebühren komme nicht in Frage.



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