Himmelsphänomen: Feuerball über der Region gesichtet

Region  Das von vielen Menschen beobachtete helle Licht am Himmel über der Region war nach Einschätzung eines Experten eine große Sternschnuppe gewesen. Inzwischen ist eine erste Videoaufnahme aufgetaucht.

Von Adrian Hoffmann und André Hatos

Wie die Polizei auf Stimme-Nachfrage mitteilte, gingen am frühen Abend mehrere Anrufe dazu ein. Der erste um 17.53 Uhr aus Bad Wimpfen, weitere Anrufe folgten aus Neckarsulm und Boxberg.

Augenzeugen melden Beobachtungen

Hunderte Berichte über die Feuerkugel hat die Fachgruppe Meteorastronomie auf einer Karte zusammengetragen. Foto: Screenshot

Die Fachgruppe Meteorastronomie unter dem Dachverband der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft stellt in einer Karte dar, von wo aus Augenzeugen den Feuerball beobachten konnten. 

Demnach hat es Sichtungsmeldungen aus ganz Deutschland gegeben.

>>Unter diesem Link werden alle Meldungen zur Sichtung dokumentiert

 

Himmelskörper könnte Bolide gewesen sein

Bei der Himmelserscheinung habe es sich um einen Boliden gehandelt, sagt Roland Gehardt aus Heilbronn, der für die Ufo-Meldestelle aktiv ist und sich mit derlei Phänomenen auskennt (info@ufo-meldestelle.de). Ein Bolide sei die größere Ausführung eines Meteors und könne bis zu faustgroß sein. Ein Meteor dagegen ist klein wie ein Sandkorn.

Der Bolide habe auffällig grün geleuchtet, was auf seine chemische Zusammensetzung zurückzuführen sei. Bei der Meldestelle seien noch bis nach Mitternacht Nachrichten von erstaunten Menschen eingegangen, die am frühen Abend den Feuerball am Himmel haben leuchten sehen. 

„Ich selbst habe leider noch nie einen Boliden gesehen“, sagt Gehardt. „Nach den Berichten von Augenzeugen muss das schon ein eindrucksvolles Phänomen sein."

Leoniden-Meteorstrom im November

Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zu den sogenannten Leoniden - es handelt sich dabei um einen Meteorstrom, der im November zu beobachten ist. Sein Aktivitätsmaximum liegt in der Nacht vom 17. auf 18. November. Die Sternschnuppen der Leoniden gelten im Vergleich zu anderen als außerordentlich schnell.

Der Ursprung der Leoniden ist der Komet Tempel-Tuttle, der auf seiner Umlaufbahn um die Sonne zahllose Bruchstücke hinterlässt.

 

Feuerwehr veröffentlicht Video

Der Feuerwehr im saarländischen Höchen gelang es offenbar, ein Video des Himmelsspektakels zu machen. Zu sehen ist, wie ein grün leuchtender  Himmelskörper am Himmel vorbeirast. 

 

 

Das erklärt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zum Thema

Schon ein reiskorngroßes Objekt erzeugt eine Feuerkugel. Was wir als Sternschnuppen bezeichnen, sind meist nur staubkorngroße Objekte. Täglich dringen zwischen fünf und 300 Tonnen extraterrestrisches Material in die Erdatmosphäre ein (eine genauere Abschätzung ist extrem schwierig). Fast alles davon verglüht und kommt nicht am Boden an.

Häufig handelt es sich bei Sichtungen um einen Boliden, also eine große, auffallende, ein bis zwei Sekunden leuchtende Feuerkugel. In den allermeisten Fällen sind diese Meteoriden (mit weichem 'd') kosmisches Material, also Gesteinsbruchstücke (oder ein Stein-Eisenbruchstück - in seltenen Fällen auch reine Eisenbrocken) aus dem Asteroidengürtel, die mit hoher Geschwindigkeit von mehreren zehntausend und bis zu zweihunderttausend Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eindringen.

Aufgrund der hohen Geschwindigkeit wird so viel Reibungsenergie an den Luftmolekülen erzeugt, dass diese ionisiert werden und die ihn umgebende und vor ihm "hergeschobene" Luft zum Leuchten angeregt wird - das ist das, was man sieht.

Zerplatzt der Bolide, wenn also Bruchstücke auf der Erde als Meteoriten (mit hartem 't') ankommen, hört man zudem noch ein akustisches Signal. Bei den Meteoriten ist es wegen der physikalischen Eigenschaften des Materials mit der Häufigkeit genau andersherum: am häufigsten sind Eisenmeteorite, gefolgt von Stein-Eisenmeteoriten und Steinmeteoriten.

 

Stimme-Facebook-Nutzer berichten

Viele berichteten am Dienstagabend begeistert von dem Himmelsphänomen. "Auch ich habe den Feuerball gesehen. Sehr beeindruckend, in dieser Intensität habe ich das so noch nie erlebt. Hab' mir selbstverständlich gleich etwas gewünscht", beschreibt Weinsbergs Bürgermeister Stefan Thoma das Erlebnis. 

Auch die sozialen Netzwerke waren voll von Beobachtungen. Was die Stimme-Facebook-Nutzer zu dem Naturschauspiel schrieben, haben wir hier in Auszügen zusammengetragen.