Heilbronner Wasser: Reich an Mineralien

Heilbronn  Reich an Calcium und Magnesium und mild im Geschmack: Im Vergleich mit Mineralwassern aus dem Handel schneidet das Heilbronner Leitungswasser gut ab.

Von Isabelle Müller

Reines Wasser einschenken

Fader Geschmack, wenig Inhaltsstoffe – viele Menschen haben Vorbehalte gegenüber Leitungswasser. Dabei kann das Wasser aus dem Hahn durchaus mit dem Mineralwasser aus dem Handel mithalten – in einigen Fällen schneidet es sogar besser ab. Gerade in Heilbronn weist das Trinkwasser im Vergleich zu verschiedenen Mineralwassern gleiche oder höhere Werte an gesundem Calcium und Magnesium auf, wie das  Trinkwasser-Tool von Stimme.de und dem Neckarsulmer Softwareentwickler Felix Ebert mit Daten aus dem Stadt- und Landkreis zeigt

„Das viele Magnesium und Calcium kommt von der Gesteinsschicht Gipskeuper, in der sich die meisten der Heilbronner Trinkwasserbrunnen befinden”, sagt Ataman Turanli, Geschäftsführer der Heilbronner Versorgungs GmbH. Je mehr der beiden Mineralien im Wasser enthalten sind, umso härter ist es. Weiches Wasser sucht man daher in Heilbronn vergebens. Doch so hart wie aus dem Grund kommt es nicht aus dem Hahn: Seit rund 40 Jahren mischt die Stadt weicheres Wasser vom Bodensee bei, der Anteil liegt laut Turanli bei etwa 80 Prozent. So wird der Härtegrad von bis zu 30 auf maximal 18 gesenkt.

Warum blieb man nicht beim heimischen Wasser? Zum einen, da es hohe Werte an Nitrat aufweist, aus dem das gesundheitsschädigende Nitrit entstehen kann. Zum anderen, da hartes Wasser den Haushalt in Küche und Bad erschwert: Wo es ab einem Härtegrad von 21 langsam fließt oder auf über 60 Grad erhitzt wird, setzt sich Kalk ab.

Doch nicht nur Calcium und Magnesium fallen im Wasservergleich auf. So stechen selbst nach Beimischung des Bodenseewassers höhere Nitratwerte hervor. Mit je nach Straße fünf bis 22 Milligramm pro Liter liegen diese jedoch weit unter dem gesetzlichen Grenzwert der Trinkwasserverordnung (50 Milligramm pro Liter).

Hingegen entspricht der Natriumgehalt im Leitungswasser (fünf bis zwölf Milligramm) in etwa dem natriumarmen Wasser im Handel. „Wie viel Natrium für wen geeignet ist, hängt vom Einzelnen ab“, sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Sportler sollten natriumreiches Wasser trinken, Menschen mit Bluthochdruck und Säuglinge natriumarmes.

Darüber hinaus sind im Leitungswasser teils bedeutend weniger Sulfate zu finden (32 bis 92 Milligramm pro Liter gegen bis zu 1450 Milligramm pro Liter). Die wirken vor allem verdauungsfördernd. „Wasser, das mehr als 1200 Milligramm Sulfat pro Liter enthält, wird als Heilwasser bezeichnet, wenn es gleichzeitig viel Magnesium, Calcium, Fluorid und Hydrogencarbonat aufweist“, erklärt Gahl. Doch auch wenig Sulfat habe sein Gutes: „Das wird geschmacklich meist positiv empfunden, wie auch wenig Natrium.“

Schmeckt es dennoch unangenehm, können verunreinigte Rohrleitungen der Grund sein. Für sie ist der Hauseigentümer verantwortlich. In einer Laboranalyse lässt sich das eigene Wasser auf Verunreinigungen untersuchen. Trinkwasser ist zwar das am besten kontrollierte Lebensmittel Deutschlands – jedoch nur bis zur Haustüre.

 

Wie gut ist das Trinkwasser bei Ihnen zu Hause?    >> Zum Trinkwasser-Tool