Heilbronn: Die meisten Einbrüche im Osten und in der Nordstadt

Heilbronn  Die Polizei klärt im Jahr 2017 rund 68 Prozent der Straftaten in der Stadt Heilbronn auf. Sie weiß: Täter kundschaften die Häuser vorher aus.

Von Heike Kinkopf

Viele Menschen im Heilbronner Osten sind verunsichert. Einige waren bereits selbst Opfer eines Einbruchs. Fast jeder aber weiß von einem Vorfall in der Nachbarschaft. Ist das Leben für Menschen dort gefährlicher als anderswo in der Stadt? Die Zahlen zeigen: Die Gebiete rund ums Gemmingstal und die Nordstadt bilden Schwerpunkte der Einbruchskriminalität.

Der brutale Raubüberfall auf ein Ehepaar in der Rosengartstraße im Heilbronner Osten beschäftigt die Menschen in dem Wohngebiet. Dort sind die Mieten hoch, die meisten Bewohner besitzen ein Eigenheim. Es gehört zur A-Lage. Beim Streifzug durch das Viertel wird auch Ortsfremden rasch klar, dass viele Bewohner wohlhabend sind. Dass scheint auch Einbrecherbanden nicht entgangen zu sein. Im Heilbronner Osten, genauer im Gemmingstal, gehen sie, wie auch in der Nordstadt unterhalb des Wartbergs, häufiger als anderswo in der Stadt auf Beutezug.

Verkehrsanbindung spielt eine Rolle

"Wir gehen davon aus, dass die Täter die Örtlichkeiten vor Tatausführung ausbaldowern", teilt Achim Küller, Sprecher des Heilbronner Präsidiums, mit. Laut Polizei spielt bei der Auswahl von aus Tätersicht geeigneten Häusern auch die Verkehrsanbindung eine Rolle: Einbrecher brauchen gute Fluchtmöglichkeiten. Natürlich spiele auch das einzelne Objekt selbst eine Rolle, so Küller weiter.

Allein im Gemmingstal schlagen die Täter 109 Mal in den vergangenen fünf Jahren zu, wobei die Zahl der Delikte rückläufig ist. Dazu kommen weitere zwei Wohnungseinbrüche im Gebiet Pfühlpark sowie 47 Fälle im Gebiet Kernstadt Ost. Macht zusammen 158 Einbrüche. Zum Vergleich: Die Polizei registriert im Stadtteil Kirchhausen 31 Wohnungseinbrüche in den vergangenen fünf Jahren; Biberach kommt im selben Zeitraum auf 15 Fälle. In Klingenberg ist vergangenes Jahr nicht ein Einbruch angezeigt worden, in den vier Jahren davor sind es insgesamt vier; Neckargartach kommt auf 95 Einbrüche in fünf Jahren; in Sontheim sind es 35.

Anwohner sind verunsichert

Die meisten Einbrüche gibt es im Osten und in der Nordstadt

Phantombild

Foto: Polizei

Einbrüche untergraben das Sicherheitsempfinden von Bürgern. Im Umkreis der Rosengartstraße besitzen viele Häuser eine Alarmanlage. Wer noch keine hat, denkt über ihre Installation nach. "Man bekommt Angst", sagte am Montag eine Bewohnerin aus der Nachbarschaft der Heilbronner Stimme.

Die Polizei fahndet im aktuellen Fall mit einem Phantombild nach einem der mindestens zwei Täter. Es zeigt, wie er aussehen könnte. Wer die Täter sind, ist unklar. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter der Nummer 07131 104 4444 entgegen.

Die Polizei klärt viele Taten in der Gesamtstadt Heilbronn auf, nämlich knapp 68 Prozent im vergangenen Jahr. Im Landkreis liegt die Quote bei 26 Prozent, im Hohenlohekreis bei 36 Prozent. Tipps zum Schutz vor Einbrechern gibt es bei der Beratungsstelle der Kriminalpolizei. "Bei verdächtigen Wahrnehmungen ohne Zögern die 110 wählen", rät Achim Küller.