Größeres Sanierungsprojekt in Bad Wimpfener Altstadt

Bad Wimpfen  Ein über die Jahre heruntergekommenes Haus samt größerem Innenhof in der Bad Wimpfener Altstadt hat einen Käufer gefunden und wird saniert. Matthias Wirth erwirbt das denkmalgeschützte Gebäude in der Bollwerkgasse und plant fünf Wohnungen.

Von Adrian Hoffmann

 

Die Verwaltung ist erfreut über die Nachricht, das denkmalgeschützte Gebäude in der Bollwerkgasse gegenüber vom Konventhaus war zuletzt unbewohnt und in der Wahrnehmung manches Wimpfeners ein „Schandfleck“ gewesen.

Der Investor heißt Matthias Wirth (43). Seine Frau und er leben momentan in Heilbronn-Biberach, wollen aber schon längere Zeit nach Bad Wimpfen übersiedeln, insbesondere in die Altstadt. „Wir mögen den Altstadt-Charme und finden das Haus wunderschön“, sagt er – jedenfalls lässt sich mit den geplanten Investitionen sicher einiges daraus machen. Aber das muss man auch wirklich wollen. Wirth rechnet mit Kosten in siebenstelliger Höhe.

Die Pläne sind ehrgeizig: Bis September 2018 sollen fünf Wohnungen mit einer Größe von 75 bis 95 Quadratmeter bezugsfertig sein. Eine wollen seine Frau und Matthias Wirth für sich haben, die anderen vier sollen vermietet werden. Wenn man heute auf das Haus blickt und es sich mal von Innen angeschaut hat – es riecht sehr modrig –, kann man das noch kaum glauben. Aktuell wird das viele Gerümpel zusammengetragen, das noch in den Räumen verteilt ist, und anschließend entsorgt.

Gebäude wurde im Jahr 1786 errichtet

Das Haus mit etwa 260 Quadratmetern Grundfläche wurde im Jahr 1786 gebaut und war nach Angaben von Rosemarie Kern, deren Familie das Gebäude nun an Wirth verkauft hat, einst eine Brauerei vermutlich mit Gaststube. Ein riesiger Gewölbekeller gehört zu dem Anwesen – Matthias Wirth ist sich noch nicht sicher, wie er diesen nutzen will. Zudem müssen erst Tonnen Erde heraus.

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Es handle sich um „ein Haus der gehobenen Ansprüche“, erklärt Rosemarie Kern. Das sehe man einerseits an den Stuckdecken, andererseits am auffällig breiten Treppenaufgang. Zudem seien die unteren Fenster sehr hoch angesetzt, was ungewöhnlich und wohl auch deshalb gemacht worden sei, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Besonders auffällig ist das schmucke Wappen über der Eingangstür.

Vorbesitzer erwarb Haus bei Zwangsversteigerung

Das Haus war vor Jahren zwangsversteigert worden und Rosemarie Kerns Bruder hatte zunächst Pläne damit. „Er hat sich aber übernommen“, sagt Rosemarie Kern, und es sei gut, dass die Eheleute Wirth nun mit großem Engagement an das Projekt herangingen. „Sie sind voller Elan“, so Kern.

Die Idee, das Haus in der Bollwerkgasse zu kaufen, kam Wirth zusammen mit seinem Freund Steffen Brudi bei einem Cocktail in der Bollwerk Lounge. Brudi wohnt selbst in der Bollwerkgasse, da werden die Wege zueinander kürzer. Im nächsten Schritt entwirft das beauftragte Architektenbüro Vogt Heller die Pläne, anschließend kann die Sanierung beginnen.

Wirth ist zuversichtlich, dass das Genehmigungsverfahren im Zusammenhang mit dem Denkmalschutz schnell vonstatten geht.

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