Gemeinde Gottes will weiter private Schule betreiben (08.09.2009)

Von Carsten Friese

Szene vor dem Neuenstadter Türnizbau: Die Gemeinde Gottes singt ihre Lieder. Über die Zukunft ihrer Schule geben sie keine Auskunft. Das Regierungspräsidium hatte den Weiterbetrieb untersagt. Foto: Archiv/Langer


Neuenstadt - Die strenggläubige Neuenstadter Gemeinde Gottes lässt in ihrem Bemühen nicht locker, weiterhin eine eigene Privatschule zu betreiben. Nach dem ablehnenden Bescheid des Regierungspräsidiums Stuttgart (RP) vom Juli hat der Trägerverein Evangeliums Posaune einen erneuten Antrag zum Betrieb einer Grund- und Hauptschule eingereicht.

Neue Lehrer?

Am Montag, exakt eine Woche vor Beginn des neuen Schuljahres, gingen die Unterlagen in der Stuttgarter Behörde ein. „Es sind umfangreiche Unterlagen, die wir zunächst sehr sorgfältig prüfen müssen“, sagte RP-Sprecher David Bösinger am Dienstag. Wie lange die Prüfung dauere, könne man noch nicht sagen. Unter anderem soll aus den Dokumenten hervorgehen, dass die Gemeinde inzwischen ausgebildete Lehrer gefunden hat.

Das Fehlen von Lehrern mit Examen war ein Punkt, weshalb das RP der Glaubensgemeinschaft nach einer jahrelangen Duldung den Schulbetrieb untersagte. Gemeindemitglieder hatten den Unterricht mit Standard-Schulbüchern geleitet. Die Behörde monierte zudem stark gelenkten Frontalunterricht, der dem pädagogischen Konzept des Landes widerspricht, sowie fehlende Sporträume und Labore.

Schulpflicht

Zuletzt war die Rechtslage nach dem abgelehnten ersten Antrag so, dass die Eltern der rund 25 Gemeinde-Gottes-Schüler ihre Kinder spätestens zum Schulbeginn in andere Schulen schicken müssen. Ob der neue Antrag daran etwas ändert, kann das Regierungspräsidium derzeit noch nicht sagen.

Wie berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Gemeinde. Ehemalige Schüler hatten der Stimme von früheren Züchtigungen mit Stock und Lederriemen in der Schule berichtet. Die Gemeinde verneinte, derartige Vorwürfe aus jüngerer Zeit zu kennen.





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