Erster Herbststurm beschäftigt Feuerwehr

Region/Stuttgart  Großkampftag für Feuerwehr, Polizei und technische Helfer: Orkanartige Böen machen etliche Hilfseinsätze nötig. Bäume stürzen um, Autos werden beschädigt. Verletzt wird aber niemand.

Von unserer Redaktion und dpa

Der starke Wind am Mittwochnachmittag hält die Beamten des Polizeipräsidiums Heilbronn in Atem. In rund 1,5 Stunden rücken sie zu etwa 20 Einsätzen wegen des Unwetters aus.

Kurz nach 13 Uhr wurde die Polizei zum ersten Einsatz wegen des Unwetters am Mittwochnachmittag in Güglingen gerufen. Dort stürzte ein Baum auf ein geparktes Fahrzeug. Verletzt wurde niemand, teilt die Polizei mit, auch bei den weiteren Vorfällen kam keine Person zu Schaden. Die Höhe des Sachschadens ist der Polizei zufolge noch offen.

Bäume stürzen auf Straße 

Ein Baum stürzte bei Bad Rappenau auf die B39. In Schwaigern fielen Teile eines umgestürzten Baugerüsts auf einen Anhänger. In Heilbronn stürzte beim Wollhaus ein abgebrochener Ast auf ein Fahrzeug so wie in Künzelsau auf der L1033. Bäume fielen in Roigheim, Haßmersheim und Forchtenberg auf die Straße. In Walldürn war die B47 betroffen, in Pfedelbach die K2347. 

Vom Wind verweht

Der heftige Wind sorgte zudem dafür, dass sich in Heilbronn eine Baustellenabsperrung verschob. In Untereisesheim wurde ein Trampolin weggeweht.  Die Einsatzkräfte waren außerdem auf den Autobahnen gefordert. Auf der A6 kümmerten sie sich um ein umgestürztes Baustellenschild, auf der A81 lag ein großer Ast auf der Fahrbahn.

 

 

 

In Karlsruhe wurde durch starke Böen ein Kran aus der Verankerung gerissen, wobei drei Häuser gestreift wurden. Die Einwohner mussten die Gebäude zeitweise verlassen. Der Gesamtschaden wurde hier auf 4000 Euro geschätzt. Zudem versperrte im Bereich Karlsruhe ein umgestürzter Baum die Landesstraße 340 zwischen Eyachmühle und Dobel, nach 20 Minuten sei die Strecke aber geräumt gewesen, so die Polizei.

Auch in Stuttgart hinterließ der Sturm seine Spuren. Foto: dpa

Auch aus der Region Ortenaukreis, Rastatt und Baden-Baden wurden Dutzende von Einsätzen gemeldet, meist wegen entwurzelter Bäume und abgeknickter Äste. An fünf geparkten Autos entstanden in diesem Bereich Schäden von insgesamt rund 20.000 Euro.

Dauerregen

Die stärksten Sturmböen gab es einmal mehr in den Hochlagen von Schwarzwald und Alb. Auf dem Feldberg rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit Windgeschwindigkeiten von rund 130 Kilometern pro Stunde. Für den Abend warnte der DWD vor weiteren stürmischen Böen in diesen Regionen. Die Polizei rät bis in den Abendstunden zur besonderen Vorsicht beim Aufenthalt im Freien.

Zudem wurde für den Schwarzwald sowie vom nördlichen Oberrhein bis zur Hohenloher Ebene Dauerregen von Mittwochabend bis Donnerstagmittag vorhergesagt. Dabei können Niederschlagsmengen von bis zu 45 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen.

>>Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes

 

Sturm beschert Windkraftrekord 

Der erste Herbststurm des Jahres hat den Betreibern von Windkraftwerken im Südwesten nach Zeitungsberichten einen neuen Rekord beschert. Nie zuvor sei in Baden-Württemberg mehr Windenergie produziert und ins Netz eingespeist worden als am Mittwoch (13. September) um 11.15 Uhr, berichten „Stuttgarter Nachrichten“ und „Stuttgarter Zeitung“ (Donnerstag).

Sie berufen sich auf Kennzahlen, die der Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW regelmäßig online veröffentlicht. Danach haben die 607 Windkraftanlagen zu der Zeit 1139 Megawatt (MW) eingespeist. Im Laufe des Tages habe der Wert zwar wieder abgenommen. Er spiegele jedoch den rasanten Zubau von Windkraftanlagen in den vergangenen Monaten wider. Insgesamt betrage die installierte Anschlussleistung aller Windkraftwerke im Südwesten derzeit 1158 Megawatt.

Landesumweltminister Franz Untersteller (Grüne) äußerte sich in den Zeitungen erfreut: „Mit einer Einspeisung von mehr als 1000 MW über mehrere Stunden hinweg hat die Windkraft bewiesen, dass sie auch in Baden-Württemberg ein wichtiger Teil der Stromerzeugung ist und maßgeblich zur Energiewende und zum Klimaschutz beitragen kann.“