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Durchbruch bei Ausbau der Frankenbahn
Von Herbert Kaletta
Region Heilbronn - Verkehrsministerin Tanja Gönner sprach von einem Meilenstein, Landrat Detlef Piepenburg von einem großen Schritt: Baden-Württemberg, die Deutsche Bahn AG und der Freistaat Bayern haben sich auf ein Finanzierungskonzept für Verbesserungen auf der Frankenbahn zwischen Heilbronn und Würzburg verständigt.
Für 17,4 Millionen Euro soll die Strecke so optimiert werden, dass ab Januar 2016 die Züge im Stundentakt fahren. Die Fahrzeit wird um bis zu zwölf Minuten reduziert und auch im Regionalverkehr soll es einen dichteren Fahrplan geben. Das Land wird ab diesem Zeitpunkt 600.000 jährliche Fahrkilometer mehr ermöglichen. „Die bedarfsgerechte Mobilität im ländlichen Raum zu sichern, hat für die Landesregierung einen hohen Stellenwert“, versicherte Tanja Gönner.
Erste Schritte
Erste Verbesserungen habe die Bahn AG bereits zum Fahrplanwechsel 2010/11 vor. Wochentags soll es zwei weitere Zugpaare geben. Somit wäre an Nachmittagen schon annähernd der Ein-Stunden-Takt verwirklicht. „Ein weiteres Signal, dass wir etwas tun und die Frankenbahn Zukunft hat“, sagte die Ministerin am Freitag in Heilbronn. Beim Wagenmaterial will die Bahn an Wochenenden moderne Doppelstockwagen einsetzen, für die Wochentage aber vorerst nicht.„Wir müssen dran bleiben, ob nicht vorher mehr geht“, sagte der Heilbronner CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Strobl bei der Pressekonferenz der Ministerin. Die Finanzierung teilt sich in 7,8 Millionen Euro, die Land und Bahn aus Nahverkehrsmitteln zur Verfügung stellen. Weitere 7,3 Millionen Euro tragen Land, Bahn und Kommunen nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz für die Infrastruktur wie den Ausbau von Bahnsteigen in den Bahnhöfen. Hier sind die Städte Möckmühl und Osterburken mit insgesamt rund 2,5 Millionen Euro dabei. Das Land Bayern wird für 2,3 Millionen Euro nötige Verbesserungen bei Weichenanlagen im Würzburger Bahnhof bezahlen.
Der Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg ist sicher, dass das Gutachten vom Sommer 2009 „positiv beeindruckt hat“. Er sprach von „gutem Willen und Konstruktivität vieler Seiten“. Das Land und Ministerin Gönner lobte er besonders. Sie habe sich der Sache „schnell und ernsthaft angenommen“. Piepenburgs Fazit zu den Anstrengungen aller in der Region: „Es hat sich gelohnt, das große Engagement aufzubringen.“
Erste Reaktionen
Die Tatsache, dass das Finanzierungkonzept für die Frankenbahn jetzt vorliegt, wird als großer Fortschritt gesehen und allgemein begrüßt.
Ulrich Stammer, Bürgermeister, Möckmühl: „Es ist sehr begrüßenswert, dass jetzt etwas passiert. Wichtig ist für uns die Verlässlichkeit und ein Stundentakt und die Möglichkeit, auch am Wochenende von Heilbronn zurückzukommen, was jetzt kaum geht. Dann sind wir auch bereit, unseren Kostenanteil zu tragen. Ich glaube, dass mehr Menschen die Bahn nutzen, wenn die Verbesserungen da sind.“
Peter Dolderer, Bürgermeister, Bad Friedrichshall: „Das ist ein wichtiger Schritt und eine sehr erfreuliche Entwicklung. Nun ist es absehbar, dass es zu Verbesserungen kommt. Es wäre aber gut, wenn schon früher mehr besseres Wagenmaterial eingesetzt würde, denn so wie derzeit ist das ja fast eine Museumsbahn.“
Hans-Martin Sauter, Neuenstadt, Sprecher der Bürgerinitiative 780 Frankenbahn: „Es ist erstmal eine Riesenerleichterung, dass sich doch was tut, denn wir hatten schon Befürchtungen, dass die Frankenbahn völlig auf die lange Bank geschoben wird. 2016 ist spät, aber immerhin. Wichtig wäre uns, dass der Regionalverkehr bis Osterburken schneller gestärkt wird. Spätestens wenn die Stadtbahn 2012 nach Bad Friedrichshall fährt.“
Heinrich Metzger, IHK-Hauptgeschäftsführer, Heilbronn: „Wir sind einen guten Schritt weitergekommen, auch wenn nicht alle Wünsche erfüllt wurden. Beispielsweise wäre modernes Wagenmaterial für die Fernreisenden aus der Wirtschaft gerade an Werktagen wichtig. Das Ganze wäre uns natürlich schneller lieber gewesen.“
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