Die schusseligsten Straftäter aus Heilbronn und Umgebung

Region  Pechvögel und Konsorten im Polizeibericht 2017: Manche stellen sich nicht besonders helle an, wenn sie das Gesetz übertreten. Ein Überblick aus der Region.

Von Helmut Buchholz

Die schusseligsten Straftäter in der Region

Rettungseinsatz für einen Einbrecher: Die Feuerwehr musste mit vereinten Kräften einen Langfinger befreien, der bei dem Versuch, in einen Supermarkt einzusteigen, von einer automatischen Schiebetür eingeklemmt wurde.

Foto: Feuerwehr Heilbronn

 

Straftäter sind auch nur Menschen. Darum liegt die Vermutung nahe, dass die Intelligenz unter ihnen nicht groß anders verteilt ist als in der Bevölkerung insgesamt. Will sagen: Manche Missetäter stellen sich bei ihren Gesetzesübertretungen dümmer an als die Polizei erlaubt.

Der Beweis für diese These steht im Polizeibericht 2017. Eine kleine Auswahl dieser Pleiten-, Pech- und Pannenfälle beweist, wie schwer es mitunter sein kann, ein Bösewicht zu sein.

In Tür stecken geblieben

Gäbe es eine Hitparade für die schusseligsten Straftäter 2017, hätte der Einbrecher, der im August vergangenen Jahres versuchte, in einen Böckinger Supermarkt einzubrechen, mit Abstand den ersten Platz verdient. Seine Geschichte erinnert stark an Ali Baba und die 40 Räuber. Nur, dass sich Sesam tatsächlich nicht öffnen ließ.

Denn zu dem Diebstahl kam es nicht, weil der Unglücksrabe in der automatischen Schiebetür des Böckinger Discounters stecken blieb. Die Tür klemmte den Einbrecher ein und hielt ihn nicht nur so lange fest, bis die Polizei kam. Um den Mann aus seiner misslichen Lage zu befreien, rückte sogar die Feuerwehr an − auch der Notarzt eilte herbei. Schließlich gelang es den Rettern, den Einbrecher zu befreien. Er brach sich mehrere Rippen und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Verlorener USB-Stick führt zum Täter

Noch leichter machte es ein Dieb der Polizei, als er im Oktober 2017 in einem Einkaufsmarkt in der Heilbronner Olgastraße einen Receiver mitgehen ließ. Der Langfinger ergriff die Flucht, als ein Ladendetektiv ihn stellen wollte, und verlor bei dem Gerangel einen USB-Stick. Der Täter entkam zwar, doch auf dem Stick fanden die Ermittler eine Kopie seines Personalausweises. Ex-Bayern-Profi Jürgen Wegmann würde kommentieren: Erst fehlte das Glück, dann kam noch das Pech dazu.

Zigarette hat im Tank nichts verloren

Nicht besonders helle stellte sich ebenso ein Partygast im September 2017 am Natursee Widdern-Unterkessach an − obwohl es dadurch ziemlich hell wurde. Weil das Notstromaggregat bei der Geburtstagsfete den Geist aufgab, wurde die Musik über die Anlage eines Autos weiterbetrieben. Irgendwann ging dem Wagen das Benzin aus, zwei Partygäste wollten darum Sprit in den Tank nachfüllen.

Ein weiterer Festbesucher ergriff die Gelegenheit beim Schopfe und wollte durch einen populärwissenschaftlichen Versuch erreichen, dass den anderen ein Licht aufgeht. Der Schlaumeier behauptete: Man kann eine brennende Zigarette in einen Autotank werfen, ohne dass etwas passiert. Gesagt, getan: Als der Partygast dann tatsächlich eine brennende Zigarette in den Tank warf, hat vermutlich niemand Heureka gerufen. Der Erkenntnisgewinn war dennoch enorm, als das Fahrzeug völlig ausbrannte.

Gut getankt: Mann mit vier Promille unterwegs

Ein bisschen wie der berühmte Ritter der traurigen Gestalt, Don Quijote, muss ein 55-Jähriger auf die Polizei gewirkt haben: Der Mann fiel im September 2017 mit sage und schreibe vier Promille intus vor einer Bushaltestelle aus seinem Fahrzeug. Zur Ehrenrettung von Don Promillo sei angemerkt, dass das Spezialfahrzeug keine Seitentüren hatte.

Dieb interessiert sich für Waschpulver

Ob dieser Dieb Kokain mit Waschpulver verwechselte, ist nicht überliefert. Jedenfalls stahl der Langfinger im November 2017 auf einem A-81-Parkplatz bei Möckmühl aus dem Auflieger eines Lkw drei Kartons Waschpulver.

19-Jähriger wollte schon immer mal eine Verfolgungsjagd erleben

Noch seltsamer war das Verhalten eines 19-Jährigen Ende Dezember 2017, der sich mit der Polizei in einem gestohlenen Skoda eine filmreife Verfolgungsjagd bei Bad Rappenau lieferte. Der junge Mann gab als Motiv für die Flucht an, er habe immer schon mal eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei erleben wollen.