Campina: Belegschaft wehrt sich

Heilbronn  Bei Friesland-Campina regt sich Widerstand gegen die Verlagerungs- und Schließungspläne des Unternehmens. Nach der abgesagten Betriebsversammlung traf sich die Belegschaft diese Woche zum Protest.

Von Manfred Stockburger

Campina: Belegschaft wehrt sich
Protest gegen die Verlagerung von 74 Stellen bei Friesland-Campina. Foto: privat  

Bei Friesland-Campina regt sich Widerstand gegen die Verlagerungs- und Schließungspläne, die das Unternehmen Ende November bekanntgegeben hatte. Eine wenig später geplante Betriebsversammlung sagte der Betriebsrat noch ab, diese Woche traf sich die Belegschaft nun zu einer Versammlung, die zu einer Protestveranstaltung wurde. "Mensch vor Marge", also vor Gewinn, stand auf Plakaten, die Beschäftigte im Anschluss vor das Werktor trugen.

In Heilbronn sollen 74 Stellen wegfallen

Die Gewerkschaft NGG bezeichnet die Pläne als "Programm der sozialen Kälte und des Kahlschlags" und kündigt an, dass sie die Umstrukturierung nicht einfach hinnehmen werde. Der Heilbronner NGG-Geschäftsführer Burkhard Siebert ist überzeugt, dass der straffe Terminplan des Unternehmens nicht einzuhalten sein wird: Schon im zweiten Quartal des nächsten Jahres sollen die kommerziellen Aktivitäten des Unternehmens im Großraum Düsseldorf gebündelt werden, wodurch in Heilbronn 74 Stellen wegfallen.

Die Gewerkschaft erneuerte in einem Flugblatt zudem ihren Vorwurf, dass das Unternehmen seine Pläne seit Monaten bis ins Detail ausgearbeitet, die Betriebsräte aber erst am 22. November informiert habe: "Das ist ein klarer Bruch des deutschen Rechts." Friesland-Campina-Geschäftsführer Jan Kruise hatte diesen Vorwurf bereits im November auf Stimme-Anfrage zurückgewiesen.