Busstreik: Tarifkommission tagt heute

Heilbronn - Schlechte Nachrichten für Busfahrgäste in Heilbronn: Die Fronten im Tarifstreit bleiben verhärtet. Dass 96,88 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Busfahrer bei der Urabstimmung für einen unbefristeten Streik stimmten, ist ein deutliches Zeichen.



Heilbronn - Schlechte Nachrichten für Busfahrgäste in Heilbronn: Die Fronten im Tarifstreit bleiben verhärtet. Dass 96,88 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Busfahrer in acht großen Städten in Baden-Württemberg bei der Urabstimmung für einen unbefristeten Streik stimmten, ist ein deutliches Zeichen.

Unzufrieden

"Wir haben erwartet, dass es so eindeutig wird", sagt Gerd Koppenhöfer, stellvertretender Geschäftsführer im Verdi-Bezirk Heilbronn-Neckar-Franken. Weil die Unzufriedenheit der Arbeitnehmer "groß ist", da die Arbeitgeber "auf Zeit spielen". Heute wird die Tarifkommission die weitere Streikstrategie beraten. Für Koppenhöfer steht fest: Wenn die Arbeitgeber kein konkretes neues Angebot vorlegen, "sind weitere Streiks nicht auszuschließen". Man sei "nicht scharf auf Streik" und wisse, dass man mit den Fahrgästen die Falschen treffe. Aber: Die Arbeitgeber "sollen nun etwas vorlegen".

Keine Entschädigung

Dass dies passiert, ist derzeit nicht zu erwarten. Als "völlig überzogen" hatte der kommunale Arbeitgeberverband den 48-stündigen Warnstreik der Stadtbusfahrer bewertet. Tilo Elser, Leiter der Heilbronner Verkehrsbetriebe, hatte gestern Morgen geäußert, dass man zu Verhandlungen bereit sei und in Gesprächen "entsprechende Dinge auf den Tisch bringen" werde. Aber: Die Gewerkschaften hätten die Verhandlungen abgebrochen. "Wer raus geht muss auch wieder reinkommen."

Auf eine Entschädigung für Streiktage können Besitzer von Monats- oder Wochenkarten nicht hoffen. Ein Streik sei höhere Gewalt, erklärt Elser. Dies stehe auch in den Beförderungsbedingungen.

Am Montag und Dienstag hatten ganztätige Warnstreiks bereits für massive Beeinträchtigungen in ganz Baden-Württemberg gesorgt (wir berichteten). Verdi verlangt kürzere Schichten, volles Weihnachtsgeld, 30 Tage Urlaub für alle unabhängig vom Alter sowie Vorteile für Verdi-Mitglieder. cf/red