Blaues Ufo über Heilbronn
Heilbronn - Ewald Acker war fassungslos, als er diesen großen, blauen Fleck am Heilbronner Nachthimmel entdeckte – kurzzeitig dachte er, er habe eine Sensation vor Augen. Doch die Ernüchterung folgte schnell: Die Lichter des Landratsamt-Neubaus in der Oststraße projizierten das Blau an die Wolke.
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9 Kommentare-
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henschel
am 21.12.2009 22:17 Uhr
Landrat Piepenburg setzt Prioritäten
die in der jetzigen Zeit hervorragend passen und absolut jetzt wichtig sind, was ja auch die Mehrheit im Kreisrat so offensichtlich auch sieht.
Hierzu gibt es aber noch das Thema Lichtverschmutzung
Wenn das jetzt auch noch mehr Mode wird kein Wunder.
Andererseits scheint Herrn Landrat und Kreis das mitverantwortliche Tierheim all die Jahre immer noch nicht zu interessieren.
Das zum Thema Wertigkeiten. -
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leser28
(38) am 21.12.2009 23:51 Uhr
Landratsamtsgebäude
Ich fahre seit Jahren, vom Zubringer kommend, morgens am Landratsamt vorbei und abends auf dem Rückweg ebenfalls. Als mit dem Bau begonnen wurde, befürchtete ich, dass da ein liebloser Betonkäfig hochgezogen wird. Nun ist das Gebäude fertig und ich muss sagen: Kompliment. Ein für das Auge angenehmes Bauwerk ist entstanden, und die Beleuchtung empfinde ich als i-Tüpfelchen oder Sahnehäubchen in dieser tristen Ecke der Stadt.
Frau oder Herr Henschel erwähnt das Thema Lichtverschmutzung. Davon spricht man, wenn auf Grund massenhaft künstlichem Licht die Sterne am Himmel nicht mehr zu sehen sind. Das ist bei dieser vergleichsweise geringen Gebäudebeleuchtung absolut nicht der Fall. Da kann man zehn Meter daneben stehen und sieht bei klarem Himmel garantiert die Sterne oder den Mond. Aber so manche Krämerseele neigt nun mal zur Miesepetrigkeit.
Wenn ich mich nicht täusche, dauerte die Bauzeit ca. 2 Jahre. Folglich wurde das Gebäude vor mindestens 3 Jahren geplant, die Gewerke ausgeschrieben und mit den ausführenden Firmen die Verträge abgeschlossen. Doch auch heutzutage bei schlechteren finanziellen Bedingungen hätte ich für solch eine Bauausführung und für die Beleuchtung gestimmt, wenn ich Kreistagsabgeordneter wäre. Man erstellt so ein Gebäude schließlich nicht für heute und morgen, sondern mit Blick auf die nächsten Jahrzehnte.
Keine Frage, in den nächsten ca. 5 Jahren wird es auch bei der öffentlichen Hand finanziell eng. Doch wäre es falsch, vor Angst wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren. Wir müssen optimistisch das Tal durchqueren, denn verzagte Kleingeister sind die Totengräber der Entwicklung.
Zum Thema Tierheim, das mir am Herzen liegt, weiß ich aus dem Gemeinderat meines Wohnorts, dass das Tierheim mit einem Zuschuss unterstützt wird. Das wird in anderen Gemeinden nicht anders sein. Hintergrund: Auch aus den Landkreisgemeinden werden z.B. herrenlose oder nicht artgerecht gehaltene Tiere dem Tierheim übergeben. Da der Landkreis im Gegensatz zu den Gemeinden unmittelbar keine "eigenen" Einwohner hat, steht er nicht in der "Tierheimpflicht". Da sind die Gemeinden und die Stadt Heilbronn am Zug. Meines Wissens hat die Stadt Heilbronn dem Tierheimbetreiber (Tierschutzverein) kostenlos ein Grundstück angeboten. -
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henschel
am 22.12.2009 09:51 Uhr
@leser28
Zitat von Zitat
Das ist bei dieser vergleichsweise geringen Gebäudebeleuchtung absolut nicht der Fall. Da kann man zehn Meter daneben stehen und sieht bei klarem Himmel garantiert die Sterne oder den Mond. Aber so manche Krämerseele neigt nun mal zur Miesepetrigkeit.
Wie von mir geschrieben (Herr Henschel)dann schauen sie mal bei o.a. Link nach, wie in Deutschland dies aussieht, mit den nur einzelnen Lichtpunkten. Deswegen nenne ich Sie aber nicht gleich im umgekehrten Sinne als Ignorant, der alles klein schreibt, redet.
Zitat von Zitat
Wir müssen optimistisch das Tal durchqueren, denn verzagte Kleingeister sind die Totengräber der Entwicklung.
Wir eleben nun aktuell, was uns der viel gerühmte "Optimismus" mittlerweilen alles so angerichtet hat.
Man sollte nüchterne sowie reale Betrachtungen und Bewertungen nicht mit Kleingeist verwechseln.
Zitat von Zitat
Meines Wissens hat die Stadt Heilbronn dem Tierheimbetreiber (Tierschutzverein) kostenlos ein Grundstück angeboten.
Da haben sie recht. Zur Erinnerung aber. Eine allgemeine gesellschaftliche Aufgabe, wird einem Verein aufgehalst. Diese setzen hauptsächlich Ehrenamtliche ein, um hierdurch gerade mal die laufenden Betriebskosten mit Müh und Not zu erwirtschaften. Stadt und Kreis lassen öffentliches Eigentum jahrelang vergammeln und nun soll der Verein den Neubau selbst finanzieren.
Das in diesem Zusammenhang, betrachte ich als eine öffentliche Unverschämtheit, wo mehrheitlich von Kreis- und Stadträten abgenickt worden sind bzw. seit Jahren ignoriert wurde. -
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henschel
am 22.12.2009 09:56 Uhr
Korrektur
Gemeint sind natürlich nicht der Kreisrat sondern die GemeinderäteInnen aus dem Landkreis.
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auch-von-hier
am 22.12.2009 17:14 Uhr
Mal nachrechnen...
Physikalisch und rechnerisch ist der Artikel kein Glanzlicht.
"5,1 Kilowatt pro Stunde" ist eine physikalisch untaugliche Angabe. Gemeint ist wohl eine Leistung von 5,1 Kilowatt und damit ein Verbrauch von 5,1 Kilowattstunden pro Stunde, also 20,4 kWh bei vier Stunden (und nicht 5,1 kWh bei vier Stunden), das ergibt dann bei einem angenommenen Strompreis von 18 ct/kWh und täglicher Einschaltung von 4 Stunden 3,68 Euro pro Tag, und 1340 Euro pro Jahr bei einem gesamten Jahresverbrauch von 7446 kWh. Das entspricht dem, was 3 sparsame 3-Personen-Familien verbrauchen oder was eine Fotovoltaikanlage von gut 50m² jährlich produziert.
Allerdings ergeben 60x48x1W plus 900x1W erst 3,78 Kilowatt, also muss die Gesamtanlage noch 35% mehr verbrauchen als die LEDs allein.
Ich vermisse im Artikel eine Erläuterung, wie es zu dem senkrechten Lichtstrahl kommt. Die LEDs an der Fassade können es kaum sein. Sind denn extra Strahler nach oben auf dem Dach angebracht? Dann sollte man diese vielleicht separat ausschalten und hätte den wesentlichen Faktor für die Lichtverschmutzung beseitigt und könnte die Fassadenbeleuchtung trotzdem genießen.
Für den Stromverbrauch wäre es doch ein guter Ausgleich, wenn der Landkreis das Gebäude um eine ausreichend große Fotovoltaikanlage ergänzen würde. Das wäre auch ein Symbol in die richtige Richtung. Erst kürzlich hat der Kreistag leider die Erstellung eines professionellen Solardach-Katasters (wie in den nördlichen Nachbarkreisen schon vorhanden) abgelehnt, welches ein gutes Instrument wäre, Dachbesitzer zur Anschaffung einer Solaranlage zu beraten und zu motivieren. -
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henschel
am 22.12.2009 18:38 Uhr
@ auch-von-hier: Gute Anmerkung....
hierbei fällt mir auch noch auf, man hat bislang überhaupt nichts von einer Ökobilanz für diesen neuen Anbau gelesen.
Scheint auch kein Thema gewesen zu sein oder habe ich da etwas verpasst? -
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Christian1980
(31) am 23.12.2009 14:32 Uhr
Erschreckend
Nicht nur, dass in Zeiten knapper Kassen 200.000 EUR in eine Fassadenbeleuchtung investiert werden, die keinen sinnvollen Zweck erfüllt, der Kreis trägt mit dem "blauen Ufo" auch noch zum Lichtsmog bei (über das Ausmaß lässt sich ja streiten, aber dass die Anlage Lichtsmog verursacht, dürfte wohl relativ unstrittig sein). Ob im Rahmen der Planung wenigstens geprüft wurde, wie sich das Licht auf Vogelzüge auswirkt? Das "Towerkill"-Phänomen, bei dem am Fuße von hohen und hell erleuchteten Gebäuden massenhaft tote Vögel mit gebrochenem Genick gefunden werden, ist ja spätestens seit der Inbetriebnahme des Bonner Posttowers auch in Deutschland nicht mehr unbekannt...
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ma1ze
am 05.12.2011 23:04 Uhr
Eine Schande
Es ist mir unverständlich wie eine derartige Summe für eine Fassadenbeleuchtung ausgegeben werden kann. Überall wird über klamme Kassen und unausgeglichene Haushalte, sowie über die Herausforderung der Energiewende geredet. Dieses Projekt stellt aber alles "Eingetrichterte" auf den Kopf. Für mich absolut unbegreiflich und sehr frustrierend, da ich als Hobbyastronom in keinster Weise solche Projekte unterstützen möchte und es muss, da dies hier u.a durch meine Steuergelder finanziert wird.
Nicht genug, dass dieser Unsinn -nach den Angaben des Artikels- so viel Strom verbraucht wie 3 (sparsame) Haushalte träg er auch noch zur Umweltbelastung in Form von Lichtverschmutzung bei. Ebenso wird die Umwelt mit CO2 oder mit strahlendem Abfall belastet dafür, dass man bei der "abendlichen Zigarette" Ufos sieht. Also für nichts und wieder nichts. Es ist eine Schande wie wir auf Kosten der Zukunft unserer Spezies mit Energie umgehen. -
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ma1ze
am 05.12.2011 23:04 Uhr
Eine Schande!!!
Es ist mir unverständlich wie eine derartige Summe für eine Fassadenbeleuchtung ausgegeben werden kann. Überall wird über klamme Kassen und unausgeglichene Haushalte, sowie über die Herausforderung der Energiewende geredet. Dieses Projekt stellt aber alles "Eingetrichterte" auf den Kopf. Für mich absolut unbegreiflich und sehr frustrierend, da ich als Hobbyastronom in keinster Weise solche Projekte unterstützen möchte und es muss, da dies hier u.a durch meine Steuergelder finanziert wird.
Nicht genug, dass dieser Unsinn -nach den Angaben des Artikels- so viel Strom verbraucht wie 3 (sparsame) Haushalte träg er auch noch zur Umweltbelastung in Form von Lichtverschmutzung bei. Ebenso wird die Umwelt mit CO2 oder mit strahlendem Abfall belastet dafür, dass man bei der "abendlichen Zigarette" Ufos sieht. Also für nichts und wieder nichts. Es ist eine Schande wie wir auf Kosten der Zukunft unserer Spezies mit Energie umgehen.
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