Arbeit der SLK-Beschäftigten wird honoriert

Heilbronn  Leitung und Betriebsrat der SLK Kliniken Heilbronn einigen sich auf eine neue Betriebsvereinbarung zur Arbeitszeitregelung.

Von Joachim Friedl

Die Mitarbeiter der SLK Kliniken Heilbronn können sich freuen: Die Klinikleitung und der Betriebsrat haben sich mit Unterstützung der Einigungsstelle auf ein Eckpunktepapier zur Arbeitszeitregelung geeinigt, das jetzt zu einer Betriebsvereinbarung ausformuliert wird.

Die Einigungsstelle, ein betriebsverfassungsrechtliches Organ, das dazu dient, Meinungsverschiedenheiten zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat zu schlichten, war angerufen worden, nachdem sich im vergangenen Jahr Klinikleitung und Betriebsrat auf keinen gemeinsamen Nenner einigen konnten. Die Mitarbeiter wurden am Freitag über Details der neuen Betriebsvereinbarung informiert.

Mehrere Verbesserungen durchgesetzt

Voraussichtlich ab Juni erhalten die SLK-Beschäftigten einen Zuschuss zum Job-Ticket in Höhe von 50 Prozent, maximal 25 Euro monatlich. Praxisanleiter, die Auszubildende auf der Station begleiten, bekommen rückwirkend ab 1. Januar 2018, unabhängig vom Beschäftigungsgrad, eine außertarifliche Zulage von 45 Euro brutto. Ab 1. April 2018 wird auf die Erbringung von einem Drittel der Arbeitszeit durch den Mitarbeiter in der Fachweiterbildung OP/Anästhesie/Intensiv verzichtet. Diese Regelungen gelten langfristig.

Ab 1. März greifen befristet bis zum 30. April 2019 folgende Vereinbarungen:

  • Vertretung: Freiwillige Schichtwechsel in die Nachtschicht werden wie krankheitsbedingte Vertretung behandelt.

  • Pauschale: Die freiwillige Übernahme eines Bereitschaftsdienstes wird mit einer Pauschale von 50 Euro brutto vergütet.

  • Gleittage: Im Bereich des Patientenmanagements werden mindestens fünf Gleittage pro Monat mit Ausnahme November und Dezember gewährt.

  • Zuschlag: Beschäftigte, die bis Mitte des jeweiligen Quartals einen Antrag auf Auszahlung von Überstunden stellen, erhalten diesen Betrag am Ende des Quartals plus eines zehnprozentigen Zuschlags.

Mitarbeiter, deren Arbeitszeitkonto sich in der Gelbphase (überschreiten der Regelarbeitszeit) befindet, dürfen nur noch im Rahmen ihrer vertraglichen Arbeitszeit eingeplant werden.

Reaktionen fallen positiv aus

"Das Ergebnis der Vereinbarung ist aus Sicht der SLK-Kliniken positiv zu bewerten, weil wir uns auf dauerhafte Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und Mitarbeitergewinnung geeinigt haben", sagte Geschäftsführer Dr. Thomas Jendges. Vereinbarungen zu flexibleren Arbeitszeiten und der Auszahlung von Mehrarbeitsstunden bildeten eine "gute Grundlage" zur Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit in der derzeit angespannten Personalsituation.

Personalsituation nach wie vor prekär

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis", sagte auf Anfrage SLK-Betriebsratsvorsitzender Jens Mohl. Er lobt den "großen Willen" der Arbeitgeberseite, für die Beschäftigten etwas zu tun und stellte fest: "Der Betriebsrat war überrascht, so viel erreicht zu haben." Von einem "Schritt in die richtige Richtung" spricht Arne Gailing, zuständiger Sekretär bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die bei der Ausgestaltung der Betriebsvereinbarung nicht mitgewirkt hat. Für Verdi gilt weiter die Forderung, im Krankenhauswesen mehr Personal einzustellen.