AVG bildet Stadtbahnfahrer aus

Heilbronn  Die Karlsruher Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) reagiert auf die Personalprobleme, die häufig zu Zugausfällen bei der Stadtbahn führen. Jetzt beginnen die ersten zwölf Bewerber ihre Ausbildung zum Fahrzeugführer am Standort Heilbronn.

Von Peter Boxheimer

AVG bildet Stadtbahnfahrer aus

Personalausfälle machen der Stadtbahn immer wieder zu schaffen. Die AVG startet deshalb den ersten Fahrzeugführer-Kurs in Heilbronn. Foto: Archiv/Veigel

Die Karlsruher Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) reagiert auf die Personalprobleme, die häufig zu Zugausfällen bei der Stadtbahn führen. Am 1. November beginnen die ersten zwölf Bewerber ihre Ausbildung zum Fahrzeugführer am Standort Heilbronn.

"Das ist eine sehr positive Geschichte", freut sich Technischer Geschäftsführer Ascan Egerer. Gleichwohl soll die Kooperation mit der Bahn fortgesetzt werden.

Ausbildung dauert neun Monate

Die Stellenausschreibung ist ebenso gelaufen wie das Bewerbungsverfahren. Das Dutzend Kandidaten, das bei der AVG zum Zug gekommen ist, wird neu in den Beruf einsteigen. Neun Monate dauert die Ausbildung der Fahrzeugführer, die auch für das Durchqueren der Innenstadt trainiert werden. "Die können dann alles fahren, was wir in unserem Netz haben", betont Egerer und ist überzeugt: "Das wird unseren AVG-Standort Heilbronn um eine weitere Säule ergänzen."

Unabhängig davon startet die Nahverkehrsgesellschaft in Ettlingen und Karlsruhe einen Kurs, dessen Teilnehmer die Eisenbahnausbildung absolvieren. Er dauert sechs Monate. "Auch die AVG hat eine angespannte Personalsituation", weiß der Technische Geschäftsführer. Seit drei Jahren werden neue Fahrzeugführer ausgebildet und eingestellt. Dadurch sei die Deckungslücke zwischen Soll und Ist schon auf rund 20 Leute geschrumpft, verdeutlicht Egerer: "Wir waren mal bei 75 fehlenden."

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Nicht einfach gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Bahn. Auf den beiden Nordlinien nach Mosbach und Bad Rappenau - Sinsheim stellt DB-Regio Württemberg die Lokführer zu 100 Prozent. Auf der S 4 zwischen Öhringen und Karlsruhe gibt es dagegen beim Fahrpersonal einen gemischten Einsatz. "Wir sind nach wie vor daran interessiert, diese Kooperation zu leben", versichert Egerer. Ein Bahn-Sprecher in Stuttgart pflichtet bei: "Das sehen wir durchaus als Zukunftsmodell."

Gleichwohl kämpft DB-Regio mit erheblichen Personalproblemen. Täglich können auf den Stadtbahnlinien bis zu 6,5 Schichten nicht besetzt werden. "Wir haben zunehmend angefangen, sie selbst zu fahren, um Ausfälle zu vermeiden", schildert der AVG-Technikchef. Ihm tut es weh, dass fast täglich das Damoklesschwert nicht gefahrener Verbindungen über den Kunden schwebt: "Wir haben eine Situation, die äußerst schwierig und undankbar ist."

Kurzfristige Krankmeldung sind ein Problem

In Spitzengesprächen haben AVG und Bahn vereinbart, dass bis 15 Uhr gemeldet wird, ob Schichten für den Folgetag offen sind. Zudem gibt es einen wöchentlichen Statusbericht. "Das Problem bleibt die kurzfristige Krankmeldung", sagt Egerer. Hier lasse sich adhoc nur schwer reagieren.

Der Bahn-Sprecher verweist auf Maßnahmen: Lokführer aus anderen Regionen kämen in den Südwesten, eine weitere Ausbildungsgruppe sei geplant. Das vorhandene Personal bekomme eine berufliche Perspektive über 2020 hinaus, um für Sicherheit zu sorgen. Dies entspanne die Situation. "Es wird schon einiges getan", heißt es aus Stuttgart.