Stadt Weinsberg nimmt 2018 Baugebiet in Angriff

Weinsberg  Das Baugebiet "Heilbronner Fußweg" ist einer der großen Ausgabenbrocken im Weinsberger Haushalt 2018. Allein dafür stehen vier Millionen Euro im 45- Millionen-Euro-Etat zur Verfügung.

Von Steffan Maurhoff

Stadt Weinsberg nimmt 2018 Baugebiet in Angriff

Noch grüne Natur, bald schon Neubaugebiet: Der "Heilbronner Fußweg" wird die Stadt Weinsberg ab dem kommenden Jahr intensiv beschäftigen.

Foto: Andreas Veigel

 

Wie gut, dass die Stadt einen prall gefüllten Sparstrumpf hat. Das wurde gestern Abend bei der Einbringung des Haushaltsplans 2018 deutlich. Rücklagen helfen der Kommune, gut über die Runden zu kommen.

Das ist schon im laufenden Jahr so, in dem der Verwaltungsbetrieb laut Plan kein Geld für die Vermögensbildung abwirft - ein Einmaleffekt als Ausgleich außergewöhnlich guter Steuereinnahmen 2015. Im kommenden Jahr soll es aber wieder eine Zuführungsrate von 700 000 Euro geben. Nach 10,7 Millionen Rücklageentnahme in 2017 rechnet die Stadt 2018 mit 11,2 Millionen.

Schon seit 2008 schuldenfrei

Das Haushaltsvolumen mit über 45 Millionen Euro nennt Kämmerer Claus Ehmann "rekordverdächtig". Für Bürgermeister Stefan Thoma ist es "ein hohes Gut, dass Weinsberg die Schuldenfreiheit erreicht und trotz der anstehenden Investitionen gesichert hat". Und das bereits seit 2008.

Mit der Einnahmeseite ist Ehmann mehr als zufrieden. Allein im laufenden Jahr verzeichnet die Stadt 1,5 Millionen Euro mehr als veranschlagt. Woran das liegt? "An der hervorragenden Konjunktur. Es boomt." Das wird voraussichtlich auch 2018 so sein. Die Stadt rechnet mit 3,5 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen, Schlüsselzuweisungen in Höhe von 4,7 Millionen Euro, einem Einkommensteueranteil von 7,3 Millionen Euro. Indes: Etwa die Hälfte der Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind konjunkturabhängig. "Solange die Konjunktur gut läuft, sind unsere Aufgaben finanziert", sagt der Kämmerer. "Aber gibt es einen Einbruch, haben wir ein Problem."

Stadt Weinsberg nimmt 2018 Baugebiet in Angriff

Auf der Ausgabenseite schlagen besonders die Personalkosten zu Buche: "Wir knacken das erste Mal die Sechs-Millionen-Grenze", sagt Ehmann. Ein Schwerpunkt hier sind die Erzieherinnen: Ihr Stellenplan hat sich seit 2012 glatt verdoppelt.

Wie entwickelt sich die Kreisumlage?

Gespannt ist der Weinsberger Kämmerer, wie sich die Neckarsulmer Haushaltsmisere kreisweit auswirken wird: "Bleibt der Kreisumlagesatz?" 4,9 Millionen Euro muss Weinsberg 2018 abführen. Sollte nach dem Gewerbesteuereinbruch in Neckarsulm die Belastung für die anderen Kommunen steigen, wird das die Kernerstadt empfindlich zu spüren bekommen: "Ein Prozentpunkt würde für Weinsberg 150 000 Euro bedeuten."

 

Die größten Aufgaben, die Weinsberg im kommenden Jahr anpackt:

  • 4 Millionen Euro: Erschließung der städtischen Grundstücke im Gebiet "Heilbronner Fußweg".

  • 2,3 Millionen Euro: Umbau des früheren Grundschulgebäudes Grasiger Hag zur Kindertagesstätte.

  • 1,3 Millionen Euro: Sanierung des Gebäudes in der Haller Straße, in dem das Polizeirevier untergebracht ist.

  • 1,1 Millionen Euro: Feuerwehr. Den Löwenanteil davon macht mit 830 000 Euro der Kauf eines Fahrzeugs für Wimmental aus. Fürs künftige Feuerwehrhaus im Gebiet "Spitzäcker" - es wird rund acht Millionen Euro kosten - ist eine Rate von 200 000 Euro bereitgestellt.

  • 1,023 Millionen Euro: Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen, vor allem im Rathaus.

  • 700 000 Euro: Die erste von sieben gleichen Raten in den kommenden Jahren zur Generalsanierung der Verbundschule.

  • 300 000 Euro: Ertüchtigung der Sportanlage Stämmlesbrunnen.

  • 300 000 Euro: Ausbau Parkplatz Grasiger Hag.

  • 225 000 Euro: Sanierung Wimmentaler Straße in Grantschen.

  • 200 000 Euro: Erweiterung Friedhof Weinsberg.

  • 200 000 Euro: Die zweite Rate für den geplanten Kiosk und Sanitäranlagen für die Weibertreu.

 

Die Rücklagen, die es der Stadt ermöglichen, schuldenfrei über die Runden zu kommen, sind nach zwei Jahren der "Plünderung" weitgehend verbraucht. Von den rund 25 Millionen, die Weinsberg noch vor zwei Jahren auf der hohen Kannte hatte, werden nächstes Jahr 5,3 Millionen übrig sein. "Der Sparstumpf ist dann leer", meint Kämmerer Ehmann. Wobei das eher vorsichtig ausgedrückt ist. Die gesetzlich vorgegebene Mindestrücklage, die Weinsberg haben müsste, wären lediglich 600 000 Euro.

Verabschiedet wird der Haushalt in der Ratssitzung am 19. Dezember.