Spatenstich für Edeka in Ellhofen - die Devise lautet: Gas geben

Ellhofen  Auch wenn man noch nichts von ihm sieht: Ein riesiges planiertes Rechteck lässt schon mal die Ausmaße des künftigen Edeka-Marktes in Ellhofen und dessen, was noch dazu gebaut wird, erahnen. Jetzt war Spatenstich für das 20 Millionen Euro teure Projekt.

Von Anja Krezer

Devise für neuen Supermarkt heißt: Gas geben

Gegen den Lärm eines Tiefenrüttlers anzukommen - das schaffen auch gestandene Menschen wie Rudolf Matkovic kaum. "Wir entwickeln den Standort Ellhofen weiter", schreit der Vorstand von Edeka Südwest - einer von zweien - gegen die Baumaschine an, die mit ihrem langen Rüssel ratternd ins Erdreich fährt und den Untergrund verdichtet. Zusätzlich zu dem neuen Markt, der mit einer Verkaufsfläche von 2570 Quadratmetern in etwa so groß ist wie der altersschwache, abgerissene Vorgänger, entsteht direkt neben dem Logistik-Zentrum von Edeka noch Weiteres: ein 1500 Quadratmeter großes Logistik-Lager, eine Werkstatt für Edeka-Lkw, eine betriebseigene Tankstelle und eine Lkw-Waschhalle.

Bewegte Standort-Geschichte

Matkovic erinnert an früher: an die Zeit, als der Standort noch Spar war, später Intermarché. An 2005, als die Edeka-Zentrale 2500 Spar-Märkte übernahm; als das Ende des Ellhofener Zentrallagers besiegelt schien. An die Wende 2006: Edeka beschloss, den Logistik-Standort auszubauen. "Damals waren es 350 Mitarbeiter - heute sind es 700."

Zu Gast beim größten Arbeitgeber am Ort - da frohlockt natürlich auch der Bürgermeister. Wolfgang Rapp freut sich "ganz außerordentlich" und spricht von der "großen Bedeutung" Edekas für die Gemeinde Ellhofen - vor allem als Arbeitgeber, aber auch als Steuerzahler.

Etwa 20 Millionen Euro kostet das Projekt (inklusive Abriss). Davon muss Steffen Ueltzhöfer zwei Millionen Euro schultern: Der neue Betreiber finanziert das Inventar - also etwa Kälte-Anlage, Bedienungstheke oder Regale. Außerdem steckt Ueltzhöfer eine weitere Dreiviertelmillion in den Warenbestand.

Ziel: Eröffnung im Spätherbst 2018

Devise für neuen Supermarkt heißt: Gas geben
Und hoch die Spaten! Elf Männer, darunter Betreiber Steffen Ueltzhöfer, Edeka-Vorstand Rudolf Matkovic und Bürgermeister Wolfgang Rapp (dritter, vierter und fünfter von links), beim offiziellen Akt. Foto: Dennis Mugler

Der Kaufmann beschreibt seine Freude, auf das, was kommt, beim offiziellen Akt im Ellhofener Gewerbegebiet "Abtsäcker" so: "Wir sind schon ganz heiß drauf." Und an die Baufirmen Karl Köhler aus Besigheim und Schneider Bau aus Heilbronn, die das Vorhaben gemeinsam schultern, appelliert Steffen Ueltzhöfer: "Gebt Gas." Schließlich will er das Weihnachtsgeschäft 2018 noch mitnehmen. Irgendwann im Spätherbst nächsten Jahres soll der neue Markt eröffnet werden. Wann genau, darauf mag sich niemand festlegen.

Vor dem Abriss wurde der Markt in Ellhofen als sogenannter Regiemarkt vom Handelsriesen Edeka selbst geführt. Bereits den Interims-Zeltverkauf nebenan betreibt aber Ueltzhöfer. Der Supermarkt im Provisorium laufe gut, "sogar einen Tick besser als gedacht", frohlockt Steffen Ueltzhöfer.

1970 war der Vollsortimenter als Eurospar eröffnet worden. Am 21. April diesen Jahres wurden in dem Gebäude, das technisch und energetisch veraltet war, das letzte Mal Lebensmittel verkauft. Dann rückten die Bagger der Firma SER an, rissen und zerrten an Decken, Wänden und Stützen von Markt und Nebengebäuden. Ein Brecher zermalmte rund 30.000 Tonnen Beton und schuf damit eine Hügellandschaft. Das Material wird peu à peu fast komplett wieder eingebaut. Auf dem 9700 Quadratmeter großen Grundstück entstehen auch 200 Kundenparkplätze - das sind 80 mehr als früher. Der neue Markt wird um 90 Grad gedreht, die Anbindung erfolgt über die Bahnhofstraße.

Bahnhofstraße während Bauphase gesperrt

Apropos Bahnhofstraße - diese bittere Pille musste Bürgermeister Rapp beim freudvollen Spatenstich verabreichen: Wegen Kanalarbeiten wird der Abschnitt zwischen B 39 und Einmündung in die K 2113 wohl von April bis August 2018 voll gesperrt - also während der Edeka-Bauphase. Das sei zwar nicht gut, aber immer noch besser, als wenn der Betrieb bereits läuft, so der Ellhofener Rathauschef.