Anlieger in Gellmersbach befürchten mehr Durchgangsverkehr

Weinsberg  Gut besuchte Informationsveranstaltung zum geplanten Baugebiet "Salmannsäcker III" im Weinsberger Teilort

Von Karin Freudenberger

Anlieger in Gellmersbach befürchten mehr Durchgangsverkehr

Wo der Taubenäckerweg als schmaler Fußweg endet, soll eine enge Zufahrt ins Wohnbaugebiet "Salmannsäcker III" entstehen.

Foto: Karin Freudenberger

 

Wohnraum und Bauplätze sind gesucht. Deshalb will die Stadt Weinsberg im Ortsteil Gellmersbach das Baugebiet "Salmannsäcker III" erschließen. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung wurde jetzt rege und kontrovers diskutiert. Vor allem einige Anlieger der Baugebiete "Salmannsäcker I und II" befürchteten eine zu starke Verkehrsbelastung.

Bedarf ist groß

Die Bauplätze in Weinsberg seien praktisch ausverkauft, der Bedarf sei groß , und die Baulandpreise in Gellmersbach seien erschwinglich, sagte Bürgermeister Stefan Thoma. Dank einer Gesetzesänderung dürfe die Stadt ein kleines Baugebiet mit 28 000 Quadratmetern im Anschluss an bisherige Bebauung entwickeln. Thomas Goth vom Baurechtsamt erklärte, die Hauptzufahrt soll von der Eberstädter Straße erfolgen, jedoch sei an einer bewusst engen Stelle auch eine Anbindung an den Taubenäckerweg im Gebiet "Salmannsäcker II" angedacht. "Wir benötigen diese Verbindung vor allem für die Andienung durch Einsatzfahrzeuge wie Müllauto oder Krankenwagen." Zusätzlich sei im Gebiet eine Ringstraße geplant.

40 Bauplätze

Rund 40 Bauplätze mit 450 bis 500 Quadratmetern entstehen. Zwischen den Gebieten II und III soll im Gartenbereich der Häuser ein schmaler Grünzug erhalten bleiben. Bei den Vorgaben wolle man sich am Gebiet II orientieren, im nördlichen Bereich an der Eberstädter Straße sei auch Geschosswohnbau denkbar. Auf der frei gehaltenen Fläche im Gebiet II werde ein Spielplatz angelegt. An der Eberstädter Straße wolle man einen Minikreisel bauen.

Gefahr für Kinder

Bei den Fragen der knapp 40 Anwesenden zeigte sich, dass Anlieger aus den bestehenden "Salmannsäcker"-Gebieten eine zusätzliche Verkehrsbelastung befürchten. Christof Beck monierte, dass bereits jetzt zu viel Verkehr im Baugebiet sei, weil die Anlieger nicht von der Eberstädter Straße, sondern durch die engen Zufahrtswege über die Einfahrt Salmannsäckerstraße kämen. Dies sei vor allem für Kinder eine Gefahr. Deshalb schlug er eine Wendeplatte im Gebiet III vor. Evelyn Schneider ergänzte, dass auch eine schmale Verbindung möglich sei, allerdings mit Schranke, die Einsatzfahrzeuge öffnen könnten. Für die Verwaltung keine Lösung, da solche Absperrungen keine lange Lebensdauer hätten.

Keine Alternative

Auch ein weiterer Bürgervorschlag, die Ringstraße bis zum oberen Ende des Baugebiets zu verlängern, fand keinen Anklang. Für Tiefbauamtsleiter Günter Haag stellte sich die Variante mit zwei Zufahrten als alternativlos dar, weil dies in modernen Baugebieten Standard sei. Er brachte das Stichwort Nachbarschaftskommunikation ins Spiel. Nach einem Straßenfest unter Anliegern würden erfahrungsgemäß alle etwas rücksichtsvoller fahren.

Auch Ludwig Hierl argumentierte in diese Richtung, hielt eine einzige Zufahrt für bedenklich. Das Fazit des Abends: Es ist großes Interesse von Seiten der Bevölkerung da, sowohl an der Gestaltung mitzuwirken als auch ein Grundstück zu kaufen.